Türwächter*innen der Freiheit Kapitel 23: Vom Gehorsam zur Selbstverantwortung

Selbstverständlich ist eine wahre Geschichte nur deshalb eine wahre Geschichte, weil sie frei erfunden ist. Ähnlichkeiten mit lebenden oder realen Personen wären also rein zufällig.

Eine Demütigung ist eine Demütigung ist eine Demütigung. Die Frage ist, wie mensch, damit umgeht. Übliche Phasen sind, glaub ich, und so ging es mir auch: Erstmal Schock. Dann Verleugnung (das wird schon alles wieder). Dann Wut. Dann sehr erstaunlich krasser Schmerz. 

Ich wollte das zuerst nicht wahrhaben, wollte diesen Schmerz nicht fühlen. Aber er kam mit aller Wucht. Es haute mich um. Immer wieder fing ich wie aus dem Nichts an, zu weinen. Ich heulte in der Badewanne, ich heulte am Küchentisch, ich heulte nachts im Bett, ich heulte morgens unter der Dusche. Werde ich jetzt Psycho?, dachte ich. In meinem Bauch wütete ein großer, dumpfer Schmerz und es gelang mir nur phasenweise, mich davon abzulenken. Anfangs verstand ich gar nicht, was überhaupt mit mir los war. Gib doch dieser einen Frau nicht so viel Macht, sagten meine Freundinnen. Das klang logisch, aber mein Körper sagte etwas anderes. Mir war dauernd schlecht, als müsste ich mich übergeben. Mir wurde klar, dass ich mit dem, was ich die letzten Jahre getan hatte, etwas sehr Persönliches von mir freigeschält und in die Welt gestellt hatte. Und dass ich damit nicht nur die Kinder ein Stück weit befreit hatte, sondern vor allem mich selbst. Die Jugendlichen hatten einen verschütteten Teil meiner Persönlichkeit lebendig werden lassen. Sie hatten mich ermutigt, zu mir selbst zu stehen, so, wie ich sie umgekehrt dazu ermutigt hatte. Wir hatten uns irgendwie gemeinsam und gegenseitig befreit. Es war ein Raum entstanden, der vorher nicht da war und der irgendwie etwas Zukünftiges, Zuversichtliches aufmachte. Eine Ahnung davon, wer wir sein könnten. Die Situation in der Boddinstraße hatte diesen Raum explodieren lassen und mich in den Keller meiner Kindheitsängste verfrachtet. In dieses: Ich bin nichts wert, ich kann nichts, es hat alles keinen Sinn, es war alles umsonst, spring einfach vom Balkon. Es fühlte sich unerträglich an. Ich erlebte Tage, ja wahrscheinlich Wochen wie durch einen Schleier. 

Wie nun weiter? Ich hatte das Gefühl, dass ich eine Entscheidung treffen musste: Unterwerfung und in der Folge wachsender, sich verfestigender Groll oder Flucht nach vorne – in die Eigenverantwortung?  Dafür gibts ja auch diesen blöden Spruch, der mir aber zumindest die Richtung anzeigte: Aufstehen. Krönchen richten und Weiter gehts. 

Das war aber erstmal deswegen so schwierig, weil es viel einfacher war, mich selbst zu bemitleiden, meine Wunden zu lecken und in Gedanken die SCHULDIGEN zu suchen, zu finden und sie gedanklich immer wieder aufs Neue zu verfluchen. Das tut ja vermeintlich – bzw gefühlt – erstmal gut. Mensch kann sich so schön im Recht fühlen und sich im Elend suhlen – bringt aber leider nix. Denn ich musste ziemlich schnell feststellen, dass ich mich dadurch langfristig keineswegs besser fühlte. Eher immer schlimmer, eher RICHTIG scheiße. Nämlich wie ein Opfer. Sich wie ein Opfer zu fühlen ist langfristig, glaube ich, das Gefährlichste und Ungesündeste, was es so gibt. 

Auch was dieses Thema anging, hatte ich von den Jugendlichen einiges gelernt. Ey du OPFER! Das hätte Taher gesagt. Und natürlich hätte er dummerweise recht gehabt. ALLE Jugendlichen, die ich in Neukölln kennen gelernt hatte, hatten zehntausend bessere Gründe, sich zu bemitleiden, als ich. Und von ihnen kam die Formulierung Ey, du Opfer! Als ultimative Beleidigung. Nicht etwa: Du Arme, das ist ja gemein von der Welt, dass sie dich gefickt hat. Nee. Die Jugendlichen, die ich in Neukölln kennen gelernt hatte, WUSSTEN, dass die Welt ungerecht ist. Dass Erschütterungen und Verletzungen durch Demütigung an der Tagesordnung sind. Denn im Gegensatz zu mir erlebten sie die Auswirkungen gesellschaftlicher Ungerechtigkeit ja tagtäglich, während ich im Vergleich dazu eher so die Prinzessin auf der Erbse war. Ich begann, die Sache von außen zu betrachten. Aus der Perspektive der Neuköllner Jugendlichen. Und aus DIESER Perspektive konnte man die Sache auch ganz anders betrachten, nämlich so: 

Ich heulte also schon rum, nur weil ich jetzt mal etwas unsanft aus meiner privilegierten Erwartungshaltung herausgeflogen war („Ich bin gut, also wird alles gut“. NOT!). Wer konnte sich eine solche Erwartungshaltung überhaupt leisten? Wieso war ich selbstverständlich davon ausgegangen, dass man meine Leistung anerkennen und wertschätzen würde? Ich landete etwas unsanft auf dem Boden der Tatsachen und stellte fest: Wenn niemand zu dir sagt: Du armes, armes Hascherl und dir aufhilft, nachdem du gestürzt bist und dir die Knie aufgeschlagen hast, dann nützt es irgendwie nicht so viel, weinend auf der Straße sitzen zu bleiben, dann musst du wohl oder übel alleine wieder aufstehen. Wenn keiner deinen Sturz beachtenswert findet, dann kannst nur du selbst die Entscheidung treffen: Opfer sein oder nicht Opfer sein? Wenn du kein Opfer sein willst: Sei keins! 

Das war so ein bisschen die Weisheit, die ich von Taher & Co mitgenommen hatte. Bei ihnen war das allerdings dann teilweise nicht immer konstruktiv gewesen. Ich hatte zum Beispiel Taher irgendwann davon überzeugen können, dass es nicht unbedingt zielführend ist, die Opfer-Rolle zu verweigern, indem man “Arschlöchern den Fuckfinger zeigt und türenknallend den Raum verlässt”. So gut sich das im ersten Moment anfühlen mag: Was ist das ZIEL der Aktion? Taher war über diese Frage einigermaßen überrascht gewesen. Das Ziel? Ey wallah- das Ziel ist, denen zu zeigen, dass die Wixxer sind! 

Ja. Und DANN? Wenn du beispielsweise die MSA Prüfung bestehen willst, und da sitzen halt ein, zwei Arschlöcher in der Prüfungskommission, und du zeigst denen den Fuckfinger und rennst raus, was bringt dir das dann? Du hast dann einfach mal deinen Abschluss vergeigt. Die Prüfungskommission interessiert das wenig. Aber DU bist dann derjenige, der keinen Abschluss hat. 

Taher macht darauf dieses Gesicht, das soviel heißt wie: Ist mir doch egal, ich krieche niemandem in den Arsch. 

Aber er sagt es nicht, ich sehe, er kämpft mit sich, weil sein brillianter Verstand zwangsläufig zur Kenntnis nimmt, wenn ein Argument einfach mal ein Argument ist. Taher kann sowas anerkennen. Deswegen grinst er dann auch und sagt: Ja, man scheiße. Aber ich bin kein Opfer! Und so rum schleimen, das mach ich auch nicht, das können Sie vergessen! 

Es gibt noch was ZWISCHEN Opfer sein und Schleimen, Taher, und das wäre: Die Situation auf DEIN Ziel hin zu steuern. OHNE Unterwerfung. 

Und na klar ist er jetzt gespannt. Wir verbringen daraufhin ein paar Wochen jeden Dienstag Nachmittag mit zielgerichtetem Statustraining und tatsächlich besteht Taher seine mündliche MSA Prüfung mit einer zwei. (In Wahrheit wäre ein “Sehr gut” angemessener gewesen. Was er ablieferte, war weit über dem sogenannten Erwartungshorizont, aber einige Kollegen konnten sich zu einer “1” nicht durchringen, weil “ich NIE eine 1 gebe”. Ach so). 

Ich weiß also eigentlich, was es zum Thema Kompensation von Demütigungen so an Möglichkeiten gibt. Dass es darum geht, sich ein eigenes Ziel zu setzen und dann mit allen Kräften die Opferrolle zu vermeiden, wenn was schief geht – stattdessen: Immer konstruktiv auf das eigene Ziel bezogen agieren – und eben NICHT reagieren. Theoretisch weiß ich ganz genau, dass du es irgendwie schaffen musst, die Verantwortung für dein Ziel SELBST zu übernehmen, statt unter dem Erwartungsdruck der anderen einzuknicken, dich zu unterwerfen und dann rumzuheulen. Trotzdem bin ich – wie immer in meinem Leben – auch jetzt wieder überrascht, wie schwer es ist, wenn diese tollen Erkenntnisse einem Realitätscheck unterzogen werden – wenn es also mal tatsächlich akut wird. 

Wenn nämlich plötzlich eine Situation eintritt, in der es sehr sehr SCHWIERIG wird, NICHT in die Opfer-Rolle zu fallen, weil etwas WIRKLICH ungerecht ist. DANN zeigt sich nämlich überhaupt erst, ob wir die schöne Theorie in die Praxis umgesetzt kriegen. Und so blonde große Kartoffeln wie ich haben da ja relativ wenig Trainingsmöglichkeiten: Im Vergleich zu meinen Schüler*innen erlebte ich nämlich nur einmal alle Jubeljahre eine WIRKLICHE Ungerechtigkeit und Demütigung so wie jetzt – während sie das täglich erlebten. 

Es war dieser Gedanke, der mich letztendlich aus der Schmerzstarre herausholte. Jedes Mal, wenn sich mein Magen in Erinnerung an die Situation zusammenzog und die Tränen in meine Augen zu schießen drohten, dachte ich: Sei kein blödes Opfer, Frau Plath. MACH was! Da kommt jetzt keiner und pustet und tröstet und klebt ein Mickey Maus Pflaster auf dein Knie. Also steh einfach auf und lauf weiter. MACH was. 

Und also machte ich was. Ich setzte mir ein Ziel: In spätestens drei Jahren raus hier aus diesem institutionalisiertem Irrsinn. 

Ziel also geklärt. Wie genau das Ziel zu erreichen war? Geschenkt. Spielte vorerst keine Rolle. Es ging erstmal darum, all meine Gedanken und Handlungen auf das Ziel hin auszurichten – ganz im Kleinen. Von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde, von Minute zu Minute. Ist dies oder jenes auf mein Ziel bezogen hin sinnvoll? Nein? Dann lass es. Oder ja? Dann mach es. 

Es fühlte sich in dieser Zeit so an, als würde ich meine Gedanken wie ein Zirkus-Dompteur seine Tiger in einer Manege mit einer Peitsche durch den brennenden Reifen zwingen. Meine Tiger, äh Gedanken, wollten immer nur gemütlich im Opfer-Kreis in der Runde laufen – Motto: Du arme arme Maike, das hat jetzt aber doll “aua “ gemacht, statt die Anstrengung zu vollbringen durch den brennenden Reifen der Selbstverantwortung zu springen. Ich musste ständig meine Tiger zur Räson bringen. Nein… ! Nicht in Richtung Selbstmitleid laufen… Nein…! Nicht noch mal die gemütliche Runde im Kreis…! Nicht in Richtung Wut auf Frau Reimann! Nicht in Richtung Selbstmitleid und „Ich kann ja sowieso nix machen“! Stattdessen HIER längs, ja genau, unangenehm, aber ja: Zack! – durch den brennenden Reifen: Und der brennende Reifen lautete: WAS kannst du konkret TUN? Und: MACH das, fang an, beweg deinen Arsch! 

Auch wenn all meine versiertesten Ängste IMMER für die gemütliche Runde und gegen den brennenden Reifen plädierten. Die Ängste gingen in etwa so: 

Was willst du denn MACHEN, Maike? Du hast doch gar nix anderes gelernt? – Wie kannst du deine Schüler*innen im Stich lassen? – Wie willst du ausreichend Geld verdienen?  Du wirst auf der STRASsE landen! – Das wird jetzt der biografische Absturz, DER Fehler, durch den du dir dein Leben versaust… Und – auch schön: Schuster, bleib bei deinen Leisten! – Besser der Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach! – Und (raffinierteste Angst-Argumentation): Das ist doch Hybris, Maike! So schlimm war das doch gar nicht, was die Reimann gesagt hat. Vielleicht hat sie sogar ein bisschen recht und du hast dich zu wichtig genommen? Warum kannst du nicht einfach mal klein beigeben und Dienst nach Vorschrift machen? Ist doch alles gar nicht so schlimm… stirbt ja keiner von! Und du kriegst Beamtengehalt. Safe! Warum musst du immer gleich die Welt verändern wollen, denk mal nicht, dass DU der Nabel der Welt bist…! Vielleicht wären ja alle viel GLÜCKLICHER, wenn sie nur gehorchen und Arbeitsbögen ausfüllen und Dienst nach Vorschrift machen müssen! Lass doch die armen Leute in Ruhe! 

Ja, Die Angst hat sehr sehr scharfsinnige Argumente. 

Während in meinem Kopf also dieses kleine Schmerz-Theater abläuft, versuche ich mich mit dem neuen Buch von Güner Balci abzulenken: Arabqueen. Ich schlage vor, dass wir das als Lektüre für den Deutschunterricht anschaffen, denn ich mache ja jetzt “Dienst nach Vorschrift” und nach 30 Jahren “Rokal, der Steinzeitjäger” kann man ja vielleicht mal was Neues wagen. 

Kurz darauf sitzt meine Klasse brav im Klassenraum und alle haben das gleiche Buch vor der Nase. Arabqueen. Was für ein schönes Bild!! Sieht aus wie Theater. Ist es auch. Meine Klasse erfindet jetzt ein Theaterstück, das ihre Gedanken zu Güner Balci’s Buch zum Ausdruck bringen soll. Es darf aber nicht so aussehen wie Theater, sondern tendenziell eher wie Deutschunterricht und Stationenlernen – na klar mit Bewertung nach Noten. In die Aula können wir auch nur noch selten und mit Voranmeldung. Alles wird SEHR misstrauisch beäugt. Und die Situation wird nicht besser. 

Also versuche ich außerhalb der Schule Sicherheitsnetze für unsere Arbeit zu spannen. Wir brauchen einen sicheren Raum, am besten ein kleines Theater, wo niemand es verdächtig oder anstößig findet, wenn wir stundenlang am Stück “komische Sachen, also Faxen, machen”. Komische Sachen sind alles, was NICHT “normal”, also nicht nach Deutschunterricht aussieht. 

Einige Kneipengespräche, Berliner Theaterbesuche und sogenannte “Netzwerken-Aktionen” später lande ich an einem Ort, dessen Namen schon nach Sicherheit klingt: Heimathafen Neukölln. Ein Heimathafen. Doch wie kommen wir da rein? 

An einem heißen Nachmittag im August sitze ich in einem stickigen kleinen Büro und versuche die Heimathafen-Betreiberinnen (eine Theaterregisseurin und eine Schauspielerin) davon zu überzeugen, dass ich ihr Haus brauche, um “Faxen zu machen”. Es ist eine Art Bewerbungsgespräch und es läuft eher schleppend:

Schauspielerin: Wir haben das schon versucht mit einer Jugendtheater-Abteilung am Haus, aber da kommt keiner. 

Ich: Naja, die Jugendlichen hätte ich ja schon… 

Regisseurin (mit ausdruckslosem Gesicht): Und wieso glaubst du, dass du hier eine Jugendtheaterabteilung aufbauen kannst-du bist doch LEHRERIN. 

Ich: Das ist richtig. Aber ja, ich glaube, das kann ich. 

Regisseurin: Aber du bist LEHRERIN. 

Sie spricht es aus wie eine Krankheit. Ein bisschen so wie: Aber du hast eitrigen Hautausschlag.  

Ich: Ich habe eine Fachqualifikation für Darstellendes Spiel in der Oberstufe und mache seit Jahren mit den Jugendlichen Theater. 

Regisseurin: Ach so? Aber an Hauptschulen gibts doch gar kein Theater. 

Ich: Offenbar ja schon, wenn ich es seit Jahren mache. 

Schweigen. Humor kommt hier nicht so gut. Ok. Ich rudere etwas zurück. 

Ich: Nee, aber stimmt natürlich. Offiziell ist Theater an Hauptschulen noch nicht etabliert als Fach. Es hat sich nur gezeigt, dass es Sinn macht und erfolgreich ist. Und genau: Weil es noch keinen offiziellen Platz hat, bin ich ja jetzt hier. Ihr seid doch ein Theater für den Kiez hier. Ich bring euch die Jugendlichen aus dem Kiez. 

Schauspielerin: Ja. Aber du bist LEHRERIN.

Ok. Denke ich. Das wird jetzt monothematisch. Offenbar ist mein Beruf an dieser Stelle ein Makel. Wenn ich an Leute wie den Sheriff denke, kann ich das natürlich verstehen. Aber wahrscheinlich gehts hier eher um das symbolische Kapital. Im Programmheft sähe es hier wahrscheinlich besser aus, wenn ich Regisseurin oder wenigstens Schauspielerin wäre. Irgendwie künstlerischer halt, als was mensch landläufig so mit “Lehrerin” assoziiert. Ich kann das ein bisschen verstehen. Also setze ich ein ermutigendes Lächeln auf und sage:

Ja. Doof. Dass ich Lehrerin bin. Aber vielleicht versuchen wir es einfach mal. Ihr habt ja nichts zu verlieren. Wir bringen euch eine Jugendtheater-Produktion zum Thema “Arab Queen” als Antwort von Neuköllner Jugendlichen auf eure Haus-Inszenierung des Romans und dann schauen wir weiter. Kostet euch ja erstmal nix, ich hab ja mein Beamtengehalt (Noch. Füge ich in Gedanken hinzu). Und dann schauen wir weiter. 

Schweigen.

Regisseurin: Und wie heißt eure Produktion zum Roman “Arab Queen”? 

Ich: Arabqueen und Thilo Sarazzin. 

Schweigen. 

Regisseurin: Ok. Ihr macht zwei Vorstellungen bei uns am Haus und könnt für die Proben bis dahin die Studiobühne nutzen. Und dann sehen wir ja, wie es läuft. 

Ich denke: Yes. Mit einem Bein drin. Das reicht fürs erste, und sage:

Wunderbar. Wann können wir anfangen? 

Wir sind durch die Tür. Es gibt jetzt einen sicheren Raum. Als ich auf die Karl-Marx-Straße trete, muss ich kurz schlucken. Einen Teil meiner Schäfchen habe ich ins Trockene gebracht. Und erste Schritte aus der lähmenden Opferhaltung gewagt. Es ist ein Anfang. Und eine erste behutsame Rückeroberung von Zuversicht.