Inklusives Wochenende

Am Wochenende habe ich erstmals mit einer Gruppe von Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen mit dem „Theatralen Mischpult“ gearbeitet. Wenn ich das auch vorher schon geahnt habe, so war ich doch überrascht, wie schnell und begeistert sich die Gruppe auf diese Methode einließ.

Allerdings war das in den frühen Morgenstunden noch nicht absehbar. Denn am Morgen der Veranstaltung war ich noch davon ausgegangen, dass ich wie üblich mit einer Gruppe von Theaterlehrer_innen arbeiten würde. Also staunte ich nicht schlecht, als ich beim Frühstücksei erfuhr, dass ich mit einer inklusiven Gruppe – bestehend aus Erwachsenen (den Lehrer_innen) und jungen Erwachsenen mit Behinderungen – arbeiten würde. Offenbar hatte A. mir das im Vorfeld auch mitgeteilt, aber ich hatte wohl nicht richtig zugehört. Jetzt blieb mir kurz das Ei im Halse stecken, denn es waren noch 10 Minuten bis zur Abfahrt und ich fragte mich: Was MACHE ich denn jetzt mit dieser Gruppe?

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Unterricht muss ein Fest sein II

Ergänzend zu meinem letzten Blogeintrag sollte ich vielleicht noch sagen, dass mir natürlich klar ist, warum das „Gastgeber-Konzept“ an unseren Schulen so schwer durchzuhalten ist. Das weiß ich genau, dass das in unseren Strukturen wahnsinnig schwierig ist. Dennoch ist es das einzige, was hilft!

Wer nämlich meint: Ja, ja, sie hat gut reden – das kann sie vielleicht im Heimathafen machen und bei ihren Theaterproben – aber im normalen Unterricht geht das ja gar nicht! – Den möchte ich daran erinnern, dass ich diese Gastgeber-Rolle ja gerade in meinen Jahren an der Hauptschule (später Sekundarschule) in Neukölln gelernt habe…

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Unterricht muss ein Fest sein I

Das Erstaunliche an der derzeitigen Jugendtheatergruppe am Heimathafen ist: Eine so heterogene Gruppe hatte ich noch nie. Es ist fast zum Lachen – da rede ich immer davon, wie schön das wäre, wenn man wirklich mal so (!) unterschiedliche Jugendliche in einer Gruppe hat, dass man überhaupt gar keinen Vergleichsmaßstab mehr anlegen kann – und schwupps – habe ich genau so eine Gruppe: 18 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 24 Jahren, davon 12 Jungen, 6 Mädchen, alle mit verschiedensten sozialen und kulturellen Hintergründen. Einige sind ehemalige Schüler von mir aus Neukölln.

Plötzlich stehen sie vor mir. Strahlend. Jahrelang haben wir uns nicht gesehen. Junge hübsche Männer, ich muss mir den Tante-kommt-zu-Besuch-Satz verkneifen: Ihr seid ja „groß“ geworden! Noch immer der übliche Neuköllner Klamotten-Style und offensichtlich: das unvermeidliche, regelmäßige Training in der Muckibude…

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