Türwächter*innen der Freiheit Teil 2/ Kapitel 5: Ey, bist du schwul?! – Oder noch Jungfrau?!

Selbstverständlich ist eine wahre Geschichte nur deshalb eine wahre Geschichte, weil sie frei erfunden ist. Ähnlichkeiten mit lebenden oder realen Personen wären daher rein zufällig.

Das Lila-von-Dornbusch Abenteuer geht erstmal lustig los. Lila lädt uns zu seiner Geburtstags-Party in seine Wohnung in Charlottenburg ein. Und zwar die gesamte Neuköllner Theater-Bagage vom Heimathafen. Wie ein Weihnachtsmann in rosa steht er an besagtem Abend breit lächelnd im Türrahmen seiner Wohnung und begrüßt alle seine bunten „Kinder“, die nach und nach die gesamte Wohnung bevölkern. Die Wohnung selbst wirkt wie eine Mischung aus Lila-Fan-Mausoleum, Kinderzimmer und chaotischer Männer-WG. Filmplakate, Plüschtiere, gerahmte Schwarz-Weiß-Portraits vom jungen Lila aus vergangenen Tagen, eine angeblich lebendige Schlange in einem verwitterten Terrarium, ganze Regalwände voller Lila-Filme, ein Riesen-Geburtstagstisch mit Blumen, Geschenken und Zeugs – und überall – auf jedem verfügbaren Quadratmeter sitzen, stehen, knien, hocken, fläzen menschliche Universen in den unterschiedlichsten Aufmachungen und Stimmungen. Die einen laut und schrill, die anderen eher stumm und schüchtern, die einen in Federboa und Glitzerkleid, die anderen in Jeans und T-Shirt, aber alle scheinen sie Teil einer bombastischen Inszenierung zu sein, eines glitzernden großen Zirkus, in dem alle ihre Rollen haben, vom Pausenclown über den Dompteur und die Seiltänzerin bis hin zum Kartenabreißer. Und in der Mitte des ganzen Zaubers steht der Zirkusdirektor und führt mit einem unsichtbaren Zauberstab Regie. Jeder Mensch, der an diesem Abend die Bühne des Lila-Universums betritt, wird vom Meister selbst auf Händen getragen. Die Legende Lila gibt den fürsorglichen, charmanten und aufmerksamen Gastgeber at his best. Es ist unmöglich, seine Professionalität an dieser Stelle NICHT zu bewundern, in dieser absurd – nämlich bis ins letzte Detail – perfektionierten Gastgeber-Rolle. Scheinbar ohne jemals müde zu werden, bewegt sich Lila vergnügt lächelnd  durch dieses ganze lärmende Menschengewusel und richtet den Scheinwerfer seiner ungeteilten Aufmerksamkeit mal auf den einen, mal auf die andere Gästin – und vergisst dabei auf wundersame Weise nicht eine einzige Person im ganzen Raum. Sein persönliches Interesse an all diesen Leuten, die er hier in seiner Charlottenburger Wohnung versammelt hat, scheint grenzenlos zu sein. Und sein Durchhaltevermögen ebenfalls. Noch während ich das denke, gibt es in der Nähe der Eingangstür plötzlich ein großes `Hallo`: Schallendes Gelächter. Geklatsche. Lila nimmt ein Geschenk entgegen. Es ist eine große Torte – in Form eines Riesen-Penis. Mahmout, Chris und Emes, die direkt danebenstehen, starren kurz auf das Teil, grinsen verlegen und verdrücken sich fluchtartig nach draußen auf den Balkon. Ich folge ihnen, drängle mich durch die sich mit Sekt-Gläsern zuprostenden und lachenden Menschen – „Chin Chin!“ – und treffe draußen auf die Jungs, die sich gerade – kichernd –  eine Zigarette anzünden.  Ey, Alter, ist das krass, Mann… sagt Emes. Mahmout nickt, bläst Rauch aus und sagt: Aber auch irgendwie ganz cool, oder? Wir stehen neben gestapelten Bier- und Limokisten, schauen in den dunklen Berliner Hinterhof, rauchen und versuchen, über das Thema Homosexualität zu reden, was eine sehr kippelige Angelegenheit zu sein scheint. Es ist der zweite Versuch. Der erste war vor ein paar Tagen gründlich schief gegangen. 

Das ist ja witzig, dass deine ehemaligen Schüler jetzt alle bei dir am Heimathafen gelandet sind, hatte Lila ein paar Tage vorher bei einem ersten kleinen Dreh in der Karl-Marx-Straße gesagt. Ja, das ist total schön, sage ich, so ist mir der Abschiedsschmerz erspart geblieben. Und teilweise sind auch meine ehemaligen Schüler*innen hier wiederaufgetaucht. Selina. Mahmout. Chris. Dennis. Und von den Jüngeren: Omar, Emes, Gülüzar, Basak und Ahmad, der jüngere Bruder von Taher. Und Yasemin, Yara und Sabrina sind auch dabeigeblieben. 

Wir sind wie eine Familie, erklärt Ahmad, als Lila wissen will, woher sie sich denn alle kennen. Und Gülüzar erzählt von der Zeit in der Schule, als “Frau Plath plötzlich weg war”. Die Situation ist mir unangenehm, aber mir fällt nicht ein, was ich aktiv dagegen tun kann, ohne autoritär zu wirken. Also stehe ich mit den Jugendlichen in einem Halbkreis um Lila herum, während Gülüzar vergnügt berichtet: Jetzt sagen wir ja nicht mehr Frau Plath und Sie und so. Jetzt duzen wir uns alle. Am Anfang war das voll ungewohnt aber inzwischen gar nicht mehr. Jetzt wäre es total künstlich, Sie zu sagen. Ja, und das war krass damals in der Schule, als Maike plötzlich weg war, unsere Klassen-Lehrerin hat uns erzählt, dass sie einen Burnout hat und dass sie uns zu schwierig fand und keinen Bock mehr auf uns hatte, dies das. Dann sind wir zum Heimathafen gegangen und haben gesehen, dass es gar nicht stimmt. Maike war da wie immer und hat sich voll gefreut, uns zu sehen. Und dann haben wir einfach weiter gemacht… Und jetzt gibt es die Organisation “Do!”. Das heißt: Don’t obey! Also: Hör auf zu gehorchen! Und gleichzeitig heißt das: Mach selber was! Hör auf, dich klein zu machen. Geh nach vorne. Das ist Vorbild für mich: Da, wo es nicht weitergeht, weg gehen und was Neues machen. Und die Organisation “Do!” wird ja außerdem von drei Frauen geleitet, das finde ich auch so cool, ich will auch mal was leiten.

Ich merke, dass es mir jetzt doch zu viel wird und unterbreche vorsichtig: Also jetzt ist aber mal Schluss mit dem professionellen Werbeblock, Gülüzar! Sie zieht eine gespielte Schmoll-Schnute: Wieso? Ist doch so! Du sagst immer, wir sollen uns nicht klein machen, und dann machst du es jetzt selber! Sie wirft Lila ein verschwörerisches Lächeln zu und zeigt mit gespielter Empörung auf mich: Sie sagt immer, wir sollen mal lernen, mutig unsere Meinung zu sagen, aber selber kann sie’s nicht! 

Gülüzar wirft mir einen Kuss-Mund zu. Ich knutsche zurück. Lila grinst breit. Und fragt Gülüzar dann laut und völlig unvermittelt: Du bist ja kess. Bist du eigentlich noch Jungfrau?

Für den Bruchteil einer Sekunde erstarrt das Gespräch. Ahmad und Mahmout schauen zu Boden. Gülüzar starrt Lila an. Ich habe augenblicklich Puls bis zum Hals, aber noch bevor ich etwas sagen kann, reckt Gülüzar ihr Kinn nach vorn und sagt:  Is’ privat. – Bist DU denn noch Jungfrau?  Lila scheint entzückt zu sein. Er schaut Gülüzar an, als wäre sie seine neue Offenbarung.  Mit dir würde ich gerne ein Interview machen,  sagt er. Gülüzar zuckt mit den Schultern: Ja, klar, können wir machen,  sagt sie und wendet sich zum Gehen. Mir ist vollkommen klar, dass es in Wahrheit gerade ziemlich unwahrscheinlich geworden ist, dass Gülüzar Lila jemals ein Interview geben wird. Aber das wird sie so natürlich nicht sagen. Stattdessen wird sie auch weiterhin gut gelaunt zustimmen, aber dann nie Zeit haben bzw. zu vereinbarten Terminen nicht erscheinen. Ich kenne diese Strategie inzwischen. Es ist eine Überlebens-Strategie. Gülüzar ist ein Hybrid in dem Sinne, dass sie in zwei völlig verschiedenen Welten zu Hause ist und zwischen diesen sehr gekonnt hin und her wechselt. Da ist ihre große Familie mit all den Erwartungen, die Gülüzar erfüllen soll: Im Haushalt helfen, sich um die jüngeren Geschwister kümmern, in der Schule gute Noten schreiben, pünktlich zu Hause sein, hilfsbereit, einfühlsam, zuverlässig sein – auf keinen Fall Party machen oder mit anderen Jugendlichen “abhängen”. Auf keinen Fall mit Jungs knutschen oder gar Sex haben. Mit Mädels schon gar nicht. Völlig undenkbar. Und auf der anderen Seite gibt es die Gülüzar, die dauernd auf Achse ist, mit Freund*innen hier mit Freund*innen dort, sich selbstverständlich schminkt und professionell stylt, gekonnt alle Social Media Kanäle bespielt, mit ihrem gesamten Umfeld flirtet, als gäbe es kein morgen – also all das tut, was in ihrem Alter im Jahr 2015 erwartbar ist. Aber um mit dieser Leichtigkeit zwischen den Welten hin und her zu switchen sind besondere Kompetenzen gefragt. Gülüzar beherrscht diese Kompetenzen perfekt. Sie scheint jeder Auseinandersetzung und jedem drohenden Konflikt geschmeidig und lautlos auszuweichen. Indem sie “Wahrheiten” etwas anders darstellt, bzw. rückwirkend ein kreatives Reframing vornimmt. Indem sie nie so genau sagt, wo sie wann ist – und mit wem. Anfangs bin ich irritiert bis wütend, rege mich auf, denke:  Sie lügt. Empörung. Empörung. Empörung. Bis ich irgendwann feststelle: Naja. Kann man als „Lügen“ bezeichnen. Kann man aber auch als hochintelligentes Management von sich widersprechenden, komplexen Lebenswelten verstehen. Komplette Offenheit führt in Gülüzars Welt im Moment keineswegs immer zu gegenseitigem Verständnis und einem Aushandeln unterschiedlicher Bedürfnisse auf Augenhöhe, sondern schlicht und ergreifend zu rapiden Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit. Ihre Familie glaubt an klare autoritäre Regeln. Und eine Entwicklung hin zu mehr Freiheit und Offenheit passiert eben nicht von heute auf morgen –  eher über eine gesamte Generation hinweg – und verständlicherweise hat Gülüzar keine Lust, so lange zu warten. Jung ist sie JETZT. 

Und was ich erstaunlich und mal wieder beeindruckend finde, ist ihre Reaktion auf Lilas übergriffige Frage. Sie wittert Gefahr. Sie wechselt in den freundlich distanzierten Teflon-Modus. Die echte Gülüzar, die eben noch begeistert drauflos gequatscht hat, ist – zack- hinter der coolen Außenfassade verschwunden. Das ist eine Kompetenz, die ich leider deutlich schlechter beherrsche. 

Als wir wenig später alle zusammen um einen großen Tisch im Cafe Casablanca sitzen, Lila strahlend in der Mitte, geht mir der Arsch auf Grundeis, bzw. meine Nerven, und mein Teflon-Vorbild Gülüzar hat sich leider  – clever wie sie ist – vom Acker gemacht. Kurze zuckersüße Verabschiedung und weg ist sie. Wir dagegen sitzen jetzt mit Lila im Cafe Casablanca. Als alle ihre Getränke bestellt haben, legt Lila los und fragt, wie es denn bei euch, also in euren Familien, mit der Toleranz für Schwule und Lesben aussieht. Und überhaupt: Mit eurem Sexleben?  Ich mache einen inneren „rolling eye smiley“ und denke: Kann er nicht ETWAS niedrigschwelliger einsteigen? Nee. Kann er nicht. Er hat aber vor allem bereits alle Antworten auf seine Fragen selbst schon parat. Das Ganze wird entsprechend zu einem Seminar mit dem Titel: Warum alle Muslime homophob sind und was man dagegen tun muss. Vortragsredner Lila von Dornbusch. Einige Spieler*innen rutschen unruhig auf ihren Sitzen hin und her, Mahmout hebt ein, zwei Mal an, um Lila zu erklären, dass es seiner Meinung nach durchaus Unterschiede gibt, doch Lila wischt diese vorsichtigen Sprechversuche etwas unwirsch beiseite. Als Yara von ihren Tanten erzählt, die sie einmal knutschend auf dem Sofa erwischt hat, hält Lila kurz inne, runzelt die Stirn, schaut ungläubig – und setzt dann seinen Vortrag fort. Ich bin inzwischen auf 180. Teflon-Pfanne in weiter Ferne. Als die Gruppe irgendwann – fast wie auf ein geheimes Zeichen hin – geschlossen aufsteht und sich verabschiedet, kann ich meine Wut kaum noch zurückhalten: Spinnst du eigentlich, Lila, dass du Gülüzar in aller Öffentlichkeit fragst, ob sie noch Jungfrau ist?, platzt es aus mir heraus, kaum dass die Spieler*innen durch die Tür nach draußen sind. Lila schaut mich ungerührt an.  Wieso?,  fragt er freundlich, das ist meine Art. Ich provoziere gern.  Ich verspüre große Lust, ihm in die Fresse zu hauen. Überraschender Impuls. Habe ich sonst eher selten.  Atmen, denke ich,  einatmen…ausatmen… Mit aller Ruhe, die ich noch zur Verfügung habe, sage ich: Ok. Verstehe. Das war ja vielleicht in anderen Kontexten auch angebracht. Irgendwelche verklemmten, bürgerlichen Akademiker-Kreise, keine Ahnung… Verstehe ich, da macht es Sinn, einen auf Krawall-Sau zu machen. Sind ja erwachsende Menschen, die entsprechend selbstbestimmt darauf reagieren können. Aber du kannst doch nicht als älterer Mann – sorry –  ein 17-jähriges Mädchen vor allen anderen fragen, ob sie noch Jungfrau ist! Ich glaube echt, es hackt!  Lila grinst:  Und warum nicht? Weil die Muslimin ist?  Ich bin kurz davor, aus dem buchstäblichen Anzug zu hüpfen. Mein Herz wummert.  Das hat doch DAMIT nix zu tun! Das ist einfach übergriffig! Und ich versteh`s auch nicht. Meinst du, du erfährst IRGENDWAS über die, wenn du so einsteigst? – Gewagte Strategie, um da Vertrauen aufzubauen. 

Das Überraschende ist jetzt der plötzliche Temperaturwechsel. Auf einen Schlag wird es kalt. Lila lächelt nicht mehr sein freundliches Opa-Lächeln. Er ist ganz offensichtlich sauer.  Ich bin kein Pädagoge, sagt er in einem Tonfall, der sich anfühlt wie eine messerscharfe Klinge, ich bin Filmemacher und Pädagogik interessiert mich überhaupt nicht.  Ich denke: Das war`s, du Arschloch. Das hat ja einfach keinen Sinn.  Während ich mich innerlich von der ganzen Filmidee verabschiede, höre ich mich – viel zu laut – sagen:  Was soll denn das mit diesen ganzen Schubladen? Pädagogik. Muslime. Filmemacher. Darum geht’s doch gar nicht. Es geht doch einfach nur darum, dass du denen mit Respekt begegnest. Bisschen schaust, wo DIE sind. 

Lilas Augen sind jetzt klein und böse: Willst du mir jetzt vorschreiben, welche Fragen ich denen stellen darf, oder was? 

Und weil jetzt sowieso schon alles zu spät ist, bremse ich meine Wut nicht aus und sage: Ja, super Idee! Wenn du so blöde Fragen stellst, ist das wahrscheinlich wirklich die klügere Variante!

Schweigen. Stille. Lila wendet sich ab. Mir ist zum Heulen. Ich denke: Zahl einfach und geh nach Hause. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. 

Da wendet sich Lila mir plötzlich wieder zu. Und ist wieder der lächelnde Opa. Abgefahren. Er sagt in komplett anderem, versöhnlichem Tonfall: Ok. Vielleicht ist das wirklich gar keine so schlechte Idee. Ich kenne die Jugendlichen ja wirklich nicht. Du hast da viel mehr Erfahrung. Dann schreib mir doch einfach mal ein paar Fragen auf. Und übrigens: Ich habe nächste Woche Geburtstag. Da lade ich euch alle ein. Da können wir uns ein bisschen kennen lernen. Willst du noch was trinken? Das geht dann auf mich… 

Ich bin so erstaunt, dass ich nur nicken kann. Hä? Was war jetzt das? Kehrtwende um 180 Grad? Egal. Ich bin so kaputt von diesen ganzen letzten drei Stunden, dass ich nur müde nicke. Lila bestellt mir ein Bier und beginnt einen freundlichen smalltalk. Und so sitzen wir da voreinander an diesem Tisch. Wie ein netter Papa mit seiner bockigen Tochter, denke ich. Ich komme mir plötzlich albern vor. Vielleicht bin ich auch einfach zu empfindlich? Dann schauen wir halt noch diese Runde weiter, beschließe ich innerlich und fühle mich dabei etwas matt, und wenn noch mal sowas passiert, kann ich ja immer noch die Veto-Karte ziehen. 

Und nun stehe ich also mit den Jungs auf Lilas Balkon, frage mich, warum die weiblichen Spieler unserer Gruppe heute alle abgesagt haben, obwohl ich es eigentlich natürlich weiß, und bin trotzdem irgendwie beruhigt, weil wir – nicht nur was das Thema Vertrauen angeht – gefühlt zumindest eine kleine Runde weiter sind. 

Chris knackt eine neue Bierflasche mit seinem Feuerzeug auf und murmelt: Ja, irgendwie ist das schon krass, dass man in der Schule immer so fragt: Ey, bist du schwul oder was? Hab ich auch immer gemacht… eigentlich nicht so cool… 

Mahmout deutet auf die Partypeople drinnen hinter den Fensterscheiben und sagt: Ja, und ist dieser Typ, dieser Lila nicht genau deswegen so Fame, weil der den Leuten das klar gemacht hat, dass das voll scheiße ist?  Ich finde, dass der Moment jetzt irgendwie ganz gut ist, um anzustoßen, wir strecken uns gegenseitig die Bierflaschen hin und Mahmout grinst:  Ist jetzt kein Sekt aber ich sag mal: Chin Chin!  Es ist der Start in ein langes spannendes Gespräch. Als wir endlich aufbrechen, ist der Gastgeber schon im Pyjama, zeigt uns aber – noch immer in bester Laune – sein Lieblingsgeschenk vom Geburtstagstisch. Die Penis-Torte. Mahmout lacht:  Ja, aber essen will man das nicht, wallah…!  Lila lacht und verabschiedet sich ins Bett. 

Scheiße, die Mädels haben echt was verpasst,  sagt Chris, während wir den Weg zur U-Bahn-Station “Konstanzer Straße” antreten. Als wir die Treppen zur U-Bahn runterlaufen, boxt Emes Mahmout in die Seite und ruft:  Ey, man – bist du schwul, oder was? – Nee, Alter!, lacht Mahmout,  ich bin Jungfrau, wallah!