Aktuell: Veranstaltungen, Workshops und Weiterbildung zum Veto-Prinzip

1 Die neuen ACT-Führungstrainings zum Veto-Prinzip in Berlin

Worum geht es?

Wir müssen lernen, Regie über unser Leben zu führen, auch wenn sich das Drehbuch unseres Alltags täglich ändert: Beruf. Beziehungen. Partnerschaften. Leben. Das Veto-Führungstraining setzt dort an, wo Veränderung wirklich beginnt: Bei uns selbst“. Maike Plath

Es geht darum, in vier aufeinander aufbauenden Wochenend-Workshops auf spielerische und handlungsorientierte Art die eigene Führungskompetenz zu entwickeln. Schritt für Schritt wird ein Führungs-Stil transparent und erlebbar, der die jeweils persönlichen Potentiale aller Beteiligten (Mitarbeiter*innen, Lernenden, Kolleg*innen,…) zur Entfaltung bringt und sie auf dieser Basis befähigt und motiviert, Verantwortung zu übernehmen – damit Diversität als wertvolle Ressource persönlich erfahrbar und in vollem Umfang wirksam werden kann. 

Inhaltlich geht es beim Veto-Führungstraining darum, Herrschaftssysteme und Dynamiken zu erkennen und daraus resultierende, eigene Ohnmachtserfahrungen aufzuspüren, die bisher unverarbeitet sind. Oft werden diese unbewusst zu inneren Realitäten, die unseren Blick auf die Welt verstellen und uns in unserer Potentialentfaltung und Übernahme von Verantwortung blockieren. Durch die Arbeit nach dem Veto-Prinzip werden die Ebenen Kognition, Emotion, Körper und Spiel miteinander verbunden. Auf diese Weise werden nachhaltige Lernprozesse in Gang gesetzt die in der Überwindung und im spielerischen Überschreiben blockierender Verhaltensmuster münden und die Teilnehmenden zur Führungsverantwortung ermächtigen – sowohl im beruflichen wie auch im „wahren“ Leben.  

Einen kurzen interessanten Einblick in ihre Erfahrungen mit dem Veto-Prinzip gibt hier in dieser spannenden Podcast Folge aus „Zukunft macht Schule“ Olga Zgiep: https://open.spotify.com/episode/181baqCQgEAm1D6GAJoqLz?si=1jXk7uRhSkCjt8B4d8w1kQ&dl_branch=1

Die ACT-Workshops sind unabhängig voneinander und individuell buchbar. Neben den Workshops gibt es nun auch eine intensive Weiterbildung zum Veto-Prinzip. Mehr Informationen dazu findet ihr weiter unten bei Punkt 4.

Als Verbündete*r von ACT e.V. bekommt ihr 10% Ermäßigung auf alle Buchungen und sorgt gleichzeitig mit dafür, dass kostenfreie Angebote für Kinder und Jugendliche möglich gemacht werden können. Damit sorgt ihr nicht nur für eure eigene Weiterentwicklung, sondern schafft gleichzeitig Möglichkeiten für Andere.

Bausteine des Veto-Führungstrainings (sowohl der ACT-Führungs-Workshops als auch der Weiterbildung): 

1 Biografie (individueller Prozess und Austausch/Reflexion in der Kleingruppe)

2 Statuslehre (individueller Prozess und Spiel plus Reflexion in der Kleingruppe)

3 Mischpult-Führungs-Training (Gruppen-Prozesse mit dem Arbeitsinstrument Mischpult: Reales Erleben der Produktivität von Vielfalt durch selbstbestimmtes Kooperieren und Gestalten in der diversen Gruppe mit anderen)

4 Kommunikationstraining Spielen, Führen, Kooperieren und Reflektieren mit dem Mischpult, den Konzept-Koordinaten, allen Erfahrungs-Spielräumen und Skalen

Achtung! Namensänderung: Das Mischpult-Prinzip heißt ab jetzt Veto-Prinzip. Alle Informationen dazu findet ihr auf dieser Seite unter dem Button „Konzept“ oder unten in diesem Beitrag.

Workshop-Zeiten der ACT-Führungs-Workshops:

Jeweils Freitag 15-19 Uhr und Samstag 10-18 Uhr
(Eventuelle Abweichungen sind jeweils vermerkt)

Ort: 

Urban Raum Berlin / Urbanstraße 93 / 10967 Berlin

Fragen zu den ACT-Workshops: workshop@act-berlin.de

ACT-Workshop-Formate:

Der Zugang zum Veto-Prinzip kann dann entweder über den Schwerpunkt „Führung“ oder über einen Workshop im Schwerpunkt „Künste“ gewählt werden.

In den Workshops zur Gleichwürdigen Führung stehen die individuelle Persönlichkeitsentwicklung und die Ausbildung von Führungskompetenzen im Fokus. Hier gibt es vier Workshops: „Führung I-IV“. Diese vier Workshops bauen aufeinander auf, müssen aber nicht im Paket gebucht werden. Die Inhalte und Formate werden von Workshop zu Workshop stärker vertieft und nehmen an Komplexität zu. Wie tief sie gehen wollen, entscheiden die Teilnehmenden individuell.

Die Workshops zu den Künsten vermitteln neben einer Einführung in das Veto-Prinzip konkrete Handlungsstrategien für die Arbeit in künstlerischen Praxisfeldern. Hier gibt es drei Workshop-Formate: Theater, Tanz und Bildende Kunst.

Termine ACT Führungsworkshops zum Veto-Prinzip (2021&2022):

Veto-Prinzip Führung 1:

27./28.08.21
08./09.10.21
19./20.11.21

11./12.03.22
08./09.04.22
21./22.10.22

Veto-Prinzip Führung 2:

12./13.11.21
03./04.12.21

18./19.03.22
03./04.06.22

Veto-Prinzip Führung 3:

18./19.02.22
01./02.04.22
26./27.08.22

Veto-Prinzip Führung 4:

13./14.05.22
16./17.09.22

Alle weiteren Termine für die ACT-Workshops „Künste“ findet ihr hier: ACT Workshops Künste

https://act-berlin.de/weiterbildung/act-workshops/

2 Meine nächsten öffentlichen Wochenend-Veranstaltungen zum Veto-Prinzip in der Schweiz

 

Einführungs- und Aufbau-Workshops „Der spielerische Weg zur Gleichwürdigen Führung: Veto-Prinzip und Statuslehre“

4 Termine zur Auswahl:
         
In Zürich, am 24., 25. September 2021 (Aufbau-Workshop)
         
In Zürich, am 11. und 12. März 2022 (Grundlagenworkshop)         

In Zürich, am 17. und 18. Juni 2022 ((Grundlagenworkshop)

In Zürich, am 30.09. und 01.10. 2022 (Aufbau-Workshop)
         
jeweils

Freitag, 17.30 – 20.30 Uhr und Samstag, 09.30 – 16.30 Uhr

Anmeldung und Flyer direkt bei Urs Eisenbart ue@urseisenbart.ch  www.urseisenbart.ch

Infoblatt: https://www.fokusbeziehungskompetenz.ch/dokumente/Flyer_Mischpultprinzip_Statuslehre_2021.pdf

Grundlagen-Workshop Veto-Prinzip und Statuslehre:

Wie erreichen wir, dass Menschen gerne mit uns kooperieren? Wie gelingt es, Geführte in Mitverantwortung zu bringen? Wann wird Mitbeteiligung und Partizipation erfolgreich? Die Antwort ist einfach: Indem wir demokratisch führen. Doch was bedeutet das genau? Wie können die Rollen von Führenden und Folgenden verstanden werden? Wie sehen entsprechende Strukturen aus? Welche Art von Rollenmodell und Vorbild sollen Führende anstreben? Und wie schaffen wir es, in herausfordernden und/oder unübersichtlichen Situationen auf der Basis von Integrität und Gleichwürdigkeit Autorität zu SEIN, ohne autoritär zu reagieren?

Aufbauworkshop Veto-Prinzip und Statuslehre (für Fortgeschrittene): 

Wir alle verhalten uns in Konfliktsituationen nach speziellen Mustern, die wir von Kindheit an internalisiert haben. Tendenziell ist dabei ausschlaggebend, ob wir in Konflikten eher mit einem Harmoniebedürfnis reagieren oder mit dem Willen, uns durchzusetzen – auch gegen die Interessen anderer. Unser internalisiertes Kommunikationsmuster ist allerdings häufig nicht zielführend.

Der erste Schritt in eine selbstbestimmte und selbstverantwortliche Kommunikation ist daher das Auffinden, die Analyse und das bewusste «Überspielen» von destruktiven Verhaltensmustern. Im Status-Reset Verfahren decken wir Schritt für Schritt angelernte, unerwünschte Verhaltensmuster auf und lernen in systematisch angeleiteten Rollenspielen diese durch ein authentisches und konstruktives Status-Verhalten zu ersetzen. So entsteht selbstbestimmte und selbstverantwortliche Kommunikation. 
Ein Workshop von 1 1/2 Tagen mit Maike Plath, Berlin. 

Für interessierte Menschen und Fachpersonen aus Führung, Erziehung, Pädagogik …, die

  • grundsätzlich an Beziehungsorientierung, Führung und Partizipation interessiert sind.
  • Lust haben, über Führung und Erziehung zu reflektieren und damit „zu spielen“.
  • selber erleben wollen, dass Widerstand und Veto keine Bedrohung sein müssen.
  • mit der „Schildkröte“ eine Führungsmetapher kennenlernen wollen, mit welcher beziehungsorientiertes Führen in Haltung und Verhalten bestens umschrieben werden kann.
  • mit dem Veto-Prinzip eine lustvolle und interaktive Methodik kennen lernen wollen, mit der mensch einiges über das Führen und Folgen entdecken kann. Und mit welcher auch Schüler*innen (ab der 3. Klasse) in die Selbstverantwortung gebracht werden können.

Wo

Zürich, Aula Institut Unterstrass, Seminarstrasse 29
(ca. 15 Minuten mit Tram 11/14 ab Hauptbahnhof oder Tram 11/15 ab Oerlikon)
Seminarleitung
Maike Plath, www.maikeplath.de
Kosten
CHF 350.– (Die Pausenverpflegung ist inbegriffen)
Organisation
Urs Eisenbart, www.fokusbeziehungskompetenz.ch und 
Anmeldung
Urs Eisenbart ue@urseisenbart.ch
 / 079 665 17 63 mit Angabe von Rechnungsadresse, Mailadresse und Telefonnummer

 

3 „Magic Box“ – 4 Tage Führungstraining nach Veto-Prinzip und Zürcher Ressourcen-Modell

Ein einwöchiges Format zum Mischpult-Führungstraining in Kombination mit dem Zürcher Ressourcenmodell biete ich gemeinsam mit Urs Eisenbart (www.urseisenbart.ch) in der Schweiz an: Die Magic Box. Dazu hier ein paar Infos und Eindrücke:

Kleiner Einblick per Video

Wer einen kleinen Einblick per Video mag, kann sich das hier anschauen: 

Video bei YouTube „Rede mal ordentlich, Frau Plath“: https://www.urseisenbart.ch/ARCHIV/videos/Mischpult-Prinzip-Fuehren-zur-Verantwortung.mp4  Warum Demokratie manchmal nicht funktioniert – und was wir tun können… (Ich spreche in diesem Video mit Urs Eisenbart über die Herausforderung von Demokratie im Bildungs- und Führungskontext)

Information zu den Inhalten

Der Mensch wird grundsätzlich als kooperatives und soziales Wesen mit innerer Autorität geboren. Für die letzten Jahrtausende waren Leistungsgesellschaft, Hierarchie und fremde Autoritäten prägend. Diese Zeiten gehen dem Ende entgegen. Immer mehr Menschen wollen autoritäre Prägungen und Konkurrenzverhalten hinter sich lassen und selbstverantwortlich und kooperativ handeln, um unsere Erde als lebenswerten Ort zu erhalten. 

Die sogenannte Magic Box (4-Tage-Workshop) bietet Möglichkeiten, autoritäre Muster zu entlernen und stattdessen zu üben, in uns selbst zu vertrauen, Vielfalt zu nutzen und auf lustvolle Art Verantwortung für uns selbst und andere zu übernehmen. 

Leitung: Maike Plath & Urs Eisenbart 

Maike Plath www.maikeplath.de Youtube: Kanal «ACT_berlin» Podcast auf Spotify: «Türwächter*innen der Freiheit» und
Urs Eisenbart 

Seminar-Termine und Veranstaltungsorte zur Magic Box :

Donnerstag, 9. bis Samstag, 12. September 2021 

Zeiten: Do: 11.30–18h / Fr: 10–18h / Sa: 10–18h / So: 10–15h 

Fuchsegg Eco Logde, Amagmach 1301, A-6863 Egg, Österreich/Bregenzerwald Gais Tel. 0043 5512 44544, hallo@fuchsegg.at, www.fuchsegg.at 

Sonntag, 17. bis Mittwoch, 20. Oktober 2021 

Zeiten: So:11–18h/Mo:10–18h/Di:10–18h/Mi:10–15h 

Gasthof Sunnebad, Hinterbergstrasse 20, CH-8499 Sternenberg
Tel. 0041 52 397 13 13, info@sunnebad.ch, www.sunnebad.ch 

Donnerstag, 3. bis Sonntag, 6. November 2022 

Zeiten: Do:11–18h/Fr:10–18h/Sa:10–18h/So:10–15h 

Kloster Kappel, Seminar und Bildungshaus, Kappelerhof 5, CH-8926 Kappel am Albis, Tel. 0041 44 764 88 10 info@klosterkappel.ch, www.klosterkappel.ch 

Kosten

Seminarkosten pro Magic Box Kurs und Person: CHF 890.– 

Frühbucherrabatt 90.– bis 1. Juli 2021 

Die zusätzlichen Kosten für Einzelzimmer mit Vollpension und Seminarpauschale betragen CHF 750.– und sind vor Ort zu bezahlen. Die Zimmerreservation erfolgt über die Seminaranmeldung. Sonderwünsche sind direkt mit dem Hotel auszuhandeln. Bitte be- achten Sie die AGBs und schließen Sie eine Reiseversicherung ab. 

Wir freuen uns auf Eure Anmeldung per E-Mail bis 9. September 2021 an: Urs Eisenbart ue@urseisenbart.ch

(jeweils maximal 12 Teilnehmende) 

4 Die Weiterbildung zum Veto-Prinzip

Von und mit Maike Plath. In Berlin, Lörrach und nahe Zürich. In Zusammenarbeit mit ACT e.V. In der Schweiz organisiert von Urs Eisenbart – bilden beraten entwickeln

Anmeldung zur Veto-Weiterbildung: 

Anmeldung zur Weiterbildung Schweiz bei: Urs Eisenbart ue@urseisenbart.ch 

Anmeldung zur Weiterbildung in Berlin bei: Friederike Erhart workshop@act-berlin.de 

Für alle Infos zur Berliner Weiterbildung und ACT:

Anmeldung zum Newsletter hier:
https://act-berlin.de/verbuendete/

Hier gehts zum Infoblatt zur Weiterbildung Schweiz https://www.urseisenbart.ch/event/weiterbildung-mischpultprinzip-1/

Alle Termine zur Weiterbildung siehe unten

Inhalte der Weiterbildung:  

Worum geht es?

Es geht darum, in 5 x 2.5 Tagen auf spielerische und handlungsorientierte Art die eigene Führungskompetenz zu entwickeln. Schritt für Schritt wird ein Führungs-Stil transparent und erlebbar, der die jeweils persönlichen Potentiale aller Beteiligten (Mitarbeiter*innen, Lernenden, Kolleg*innen,…) zur Entfaltung bringt und sie auf dieser Basis befähigt und motiviert, Verantwortung zu übernehmen – damit Diversität als wertvolle Ressource persönlich erfahrbar und in vollem Umfang wirksam werden kann.

Warum die Weiterbildung?

Wir brauchen Demokratiebildung nicht nur zur Vermeidung von Rechtsextremismus oder Antisemitismus, sondern für die Zukunft der Demokratie selbst. Ohne handlungsfähige Bürger:innen funktioniert sie nicht. Demokratie muss man ja nicht nur wollen, man muss sie auch können“. Marina Weisband

Wir müssen lernen, Regie über unser Leben zu führen, auch wenn sich das Drehbuch unseres Alltags täglich ändert: Beruf. Beziehungen. Partnerschaften. Leben. Das Veto-Führungstraining setzt dort an, wo Veränderung wirklich beginnt: Bei uns selbst“.  Maike Plath, Ausbildungsleitung, www.maikeplath.de

„Immer mehr gleichwürdige Führung und Erziehung, eben Beziehungskompetenz, in die Welt zu bringen. Einen Umgang miteinander zu finden, der den Selbstwert aller beteiligen Menschen stärkt. Denn Menschen als Beziehungstiere brauchen eine artgerechte Haltung. Dies bedeutet, dass wir von klein an authentische Menschen als Eltern, Betreuer, Lehrerinnen und Führungspersonen brauchen, die ihre und unsere Integrität wahren und beschützen. So entsteht Potentialentfaltung, psychische Gesundheit und Resilienz. Und Kooperation. Denn Beziehungstiere wie wir Menschen lieben es zu kooperieren. Das bedeutet, dass wir uns selber autorisieren und unsere eigene Autorität entwickeln. Dass wir das allgegenwärtige Führen über Gehorsam «verlernen» und aufhören, Kooperation über Manipulation (Angst machen, Beschuldigen, Beschämen, Belohnen und Bestrafen) zu erzwingen. Und das funktioniert!“ Urs Eisenbart, Co-Leitung und Organisation, www.urseisenbart.ch

 

Teilnehmende: 

Fachpersonen aus Führung und Erziehung, die sich selber sowie ihre Schüler*innen, Bezugspersonen, Mitarbeiter*innen in die Selbstverantwortung bringen möchten (z.B. Eltern, Kita-Betreuer*innen, Lehrpersonen, Sozialpädagog*innen, Schulleitungen, Führungspersonen, Unternehmer*innen, Politiker*innen)

Das Veto-Prinzip 

Das Veto-Prinzip (ursprünglich „Mischpult-Prinzip) kehrt mit diesem Format und Namensänderung dahin zurück, wo es im Kern entstanden ist: Bei der Ermächtigung zur Selbstführung und Übernahme von Verantwortung für gemeinsame Ziele – unabhängig von inhaltlichen und thematischen Kontexten – dort, wo Veränderung wirklich beginnt: Bei uns selbst. 

Inhaltlich geht es beim Veto-Führungstraining darum, Herrschaftssysteme und Dynamiken zu erkennen und daraus resultierende, eigene Ohnmachtserfahrungen aufzuspüren, die bisher unverarbeitet sind. Oft werden diese unbewusst zu inneren Realitäten, die unseren Blick auf die Welt verstellen und uns in unserer Potentialentfaltung und Übernahme von Verantwortung blockieren. Durch die Arbeit nach dem Veto-Prinzip werden die Ebenen Kognition, Emotion, Körper und Spiel miteinander verbunden. Auf diese Weise werden nachhaltige Lernprozesse in Gang gesetzt die in der Überwindung und im spielerischen Überschreiben blockierender Verhaltensmuster münden und die Teilnehmenden zur Führungsverantwortung ermächtigen – sowohl im beruflichen wie auch im „wahren“ Leben.  

Einen kurzen interessanten Einblick in ihre Erfahrungen mit dem Veto-Prinzip gibt hier in dieser spannenden Podcast Folge aus „Zukunft macht Schule“ Olga Zgiep: https://open.spotify.com/episode/181baqCQgEAm1D6GAJoqLz?si=1jXk7uRhSkCjt8B4d8w1kQ&dl_branch=1

Zu den Inhalten der Weiterbildung: Worum geht es?

Spätestens seit der Pandemie Erfahrung und im Angesicht von Klimawandel und anderen kommenden Herausforderungen müssen wir einsehen, dass es keinen sicheren, vorhersehbaren Alltag gibt und dass die Welt, in der wir leben, komplex und mehrdeutig ist und sich in ständigem Wandel befindet.  

In unseren Strukturen und Institutionen wurde den allermeisten von uns bisher vermittelt, dass wir durch Leistung und Anpassung an allgemein gültige Normen unser Lebensglück verbessern können. Dies ist nicht mehr der Fall. Denn bestehende Normen können der Komplexität und schnellen Wandelbarkeit unserer Welt nicht mehr standhalten. 

Was heute gilt und behauptet wird, kann bereits morgen widerlegt sein. Arbeit und Energie darauf zu verwenden, alles “richtig zu machen”, erweist sich im Moment in doppelter Weise als fataler Trugschluss: 

Erstens verlieren wir Anerkennung und Sicherheit, wenn sich die “Wahrheiten”, denen wir uns unterworfen haben, als falsch herausstellen. Zweitens verlieren wir durch jegliche Anpassungsleistung ein Stück mehr Vertrauen in uns selbst und damit an Identität. 

Dabei ist genau dort die Lösung zu finden: In uns selbst – in unserem Selbstwert und unserem ureigenen vielfältigem Potential. 

Wir müssen verstehen, dass wir es nicht schaffen können, die Welt und unseren Alltag vollständig zu kontrollieren, um sicher leben zu können. Sicherheit gewinnen wir nur dadurch, dass wir lernen, in immer neuen, unbekannten und unvorhersehbaren Lebensumständen unsere eigenen Fähigkeiten zu stärken, in uns selbst zu vertrauen und auf dieser Basis mit anderen zu kooperieren. 

Genau das aber wurde uns bisher systematisch aberzogen. In der Schule ging es immer darum, die “Eins” zu bekommen, die nächste Prüfung zu bestehen und uns in diesem Anpassungssystem in Konkurrenz mit anderen zu begeben. 

Was jetzt sinnvoll wäre zu lernen, ist nicht, wie wir die nächste Prüfung bestehen – sondern wie wir konstruktiv damit umgehen, wenn wir durchfallen. Oder wenn die Prüfung plötzlich nichts mehr wert ist. 

Wir können lernen, Regie über unser Leben zu führen, auch wenn sich das Drehbuch unseres Alltags täglich ändert: Beruf. Beziehungen. Partnerschaften. Leben. 

Schon sehr bald wird nicht mehr die größte Anpassungsleistung oder die beste Note Erfolg und Lebensglück bringen, sondern die Fähigkeit sich selbst zu kennen, zuversichtlich auf krisenhafte Situationen zu reagieren, die eigenen Potentiale sinnstiftend einsetzen zu können und auf dieser Basis mit anderen zu kooperieren – in immer neuen, herausfordernden Situationen, zu denen es noch keine fertige Anleitung in der Schublade gibt, die uns Orientierung geben könnte. 

Es wird Zeit, dass wir den Glauben daran und die konkreten Kompetenzen dafür entwickeln, nicht länger Opfer der sich ständig verändernden Umstände zu sein, sondern aktive Gestalter*innen unserer Welt zu werden – unserer Beziehungen, unseres Alltags und unserer gemeinsamen Zukunft. 

Lebensglück und Selbstbestimmung lassen sich nicht über Anpassung und Unterwerfung herstellen, sondern nur über die Fähigkeit, in wechselnden Zeiten im Inneren stabil, autonom, tatkräftig und kooperativ zu bleiben. Und auf dieser Basis Führung zu übernehmen. 

Für Bildung heißt das

Statt Inhalte zu vermitteln, muss es endlich darum gehen, WIE wir mit der Flut an VORHANDENEN Informationen sinnvoll umgehen und sie für gemeinsame Ziele nutzbar machen können. Den größten Teil der Geschichte waren die Vermittlung von Wissen und Zugang zu Informationen wichtigste Aufgabe von Bildung. Heute ist Wissen jedem Menschen zugänglich und es ist eher die Masse an verfügbaren Informationen, die nun zum Problem wird. Aufgabe von Bildung muss es heute sein, Systeme und Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, wie einzelne Menschen aus der Flut von Informationen diejenigen auswählen und in Sinnzusammenhänge bringen können, die für sie selbst relevant sind. Statt Vermittlung von Wissen und Forderung von Anpassungsleistungen an vorgegebene Standards könnte es um den lebendigen, vielfältigen, kreativen und vor allem selbstgesteuerten Umgang mit Wissen gehen. 

Für Beziehungen heißt das

Statt Menschen immer wieder zur Anpassung an normierte Rollen und Lebensentwürfe zu erziehen, die ihren Bedürfnissen nicht entsprechen und sie in der Folge zu vielfältigen Varianten der Verleugnung ihres authentischen Selbst zwingen, brauchen wir eine professionelle Befähigung zur Introspektion und zur individuellen Potentialentfaltung. Auch hier braucht es Koordinaten und Instrumente, die sich nicht an Normen sondern an Werten orientieren und dazu befähigen, vielfältige, dauerhafte und vertrauensvolle Bindungen einzugehen, die für langfristige und stabile Resonanz, Nähe und Sicherheit sorgen und Menschen auf diese Weise zur Kooperation befähigen.  

Für Gesundheit heißt das

dass wir es nicht länger als erstrebenswertes Ziel betrachten sollten, in einem Leistungs- und Konkurrenzsystem ständig über unsere eigenen Grenzen hinweg und an unseren eigentlichen Bedürfnissen vorbei standardisierte Erwartungen zu erfüllen und den entstehenden inneren Mangel dann durch Konsum oder andere Übersprunghandlungen zu kompensieren. Stattdessen geht es darum, konkrete Wege aufzuzeigen, wie wir von unseren eigenen Fähigkeiten und Bedürfnissen ausgehend unsere Welt menschlicher und nachhaltiger gestalten können. 

Für Führung heißt das

dass wir unsere unbewussten, internalisierten autoritären Prägungen aufspüren und verstehen lernen, wie die daraus resultierenden Verhaltens-Muster uns an der Entfaltung unseres eigenen, vorhandenen Potentials behindern und wie wir diese Muster hinter uns lassen können, um selbstbestimmt und frei Verantwortung für uns selbst, für andere und für gemeinsame Ziele übernehmen können. 

Die neuen ACT Führungs-Workshops und die Weiterbildung zum Veto-Prinzip orientieren sich an diesen Themen und setzen dort an, wo unsere Welt WIRKLICH veränderbar ist: In uns selbst. 

Themen der Weiterbildung

Die Themen des Veto-Führungstrainings (sowohl in den Workshops als auch in der Weiterbildung) sind die sogenannten “Schildkröten-Tools”: 

Biografie Arbeit. Emotionale Intelligenz. Intrinsische Motivation (Lustprinzip). Achtsamkeit. Selbstwahrnehmung. Selbstfürsorge. Selbstführung. Selbststeuerung. Resilienz. Empathie. Soziale Kompetenz. Werte statt Normen. Kooperation statt Konkurrenz. 

Wir orientieren uns beim Veto-Führungstraining am Bild der russischen Puppe (Matrioschka): Die innerste, kleinste Puppe ist quasi unser Persönlichkeitskern, bzw. unsere internalisierte Haltung, die unser Handeln bestimmt. Alle äußeren Schalen der russischen Puppe sehen so aus wie die kleinste Puppe im Inneren. Welche äußeren Faktoren aber haben das „Aussehen unserer innersten Puppe geprägt“? Und wollen wir das so? Unsere „äußeren Schalen“ , sprich unser äußeres Verhalten, ist eine Folge unserer inneren Haltung. Daher arbeiten wir im Veto-Führungstraining grundsätzlich sowohl „an der äußeren Schale“ (Körpersprache, Verhalten), als auch an der inneren Haltung (Biografie, Prägung, soziales Kapital, Schutzstrategien, Glaubenssätze). Kognitive, emotionale und körperliche Ebene werden in diesem Prozess kontinuierlich miteinander in Verbindung gebracht und führen dadurch zu sehr intensiven Lernprozessen. 

Das Veto-Führungstraining ist somit eine Antwort auf die Frage nach der inneren Haltung des Führungstyps der Schildkröte: Was bedeutet „innen hoch“? 

 

Methode

Methodisch arbeiten wir – entgegen vieler herkömmlichen Konzepte – entlang der Veto-Konzept-Koordinaten und mit dem Arbeitsinstrument des Mischpults. Diese Arbeitsweise ist von zentraler Bedeutung, weil sie es den Teilnehmenden ermöglicht, zu jedem Zeitpunkt auf der Basis ihrer jeweils eigenen individuellen Bedürfnisse und Dynamiken zu arbeiten. Somit ist dieser Ansatz flexibel und entwicklungsfähig, was der tatsächlich vorhandenen Diversität in Gruppen entspricht, statt einer im Voraus festgelegten Didaktik oder normierten Erwartungen zu folgen.  

 

Das Veto-Prinzip –

Das Veto-Prinzip – Die Konzept-Koordinaten:

Arbeit mit den sieben demokratischen Führungs-Jokern: 

Veto. Tempo. Klarheit. Verantwortung. Störgefühl. Freispiel (Aussteigen und selbst fahren). Blick von außen.

Das Mischpult

Arbeit nach dem Dreischritt (Ziel, Erfahrungsspielraum, Reflexion)

Werte statt Normen

Orientierung an Skalen statt an vorgegebenen Standards („Skala statt Tabelle“)

Prinzip des Offenen Wissens

Klar geregelte Spielfelder, Koordinaten zur Orientierung und Selbststeuerung nach Skalen-Prinzip

Training Führungskompetenz auf Basis der Statuslehre und den Vier Führungs-

Statustypen: Löwe, Kläffer, Erdmännchen, Schildkröte

Arbeit auf den Ebenen: Kognition. Emotion. Körper. Spiel.

Narrative und Bilder

Termine 

Die Weiterbildung zum Veto-Prinzip in der Schweiz: 

Modul 1

10.-12. Dezember 2021
freitags 15 – 19 Uhr, samstags 10 – 18 Uhr, sonntags 10 – 16 Uhr

Wer bin ich? Meine Bedürfnisse, Grenzen und Potentiale: Meine Biografie als emanzipatorische Erzählung 

Modul 2

04.-06. Februar 2022
freitags 15 – 19 Uhr, samstags 10 – 18 Uhr, sonntags 10 – 16 Uhr

Führe Regie über dein Leben! Achtsamkeit. Resilienz. Selbstwahrnehmung. Selbststeuerung. 

Modul 3

25.-27. Februar 2022 freitags 15 – 19 Uhr, samstags 10 – 18 Uhr, sonntags 10 – 16 Uhr

Die Statuslehre als emanzipatorisches Instrumentarium auf dem Weg zu Selbstführung und Kooperation.

Modul 4

22.-24. April 2022 freitags 15 – 19 Uhr, samstags 10 – 18 Uhr , sonntags 10 – 16 Uhr

Spiele und handle! Selbstführung und Führung mit dem Veto-Prinzip. 

Modul 5

24.-26. Juni 2022. freitags 15 – 19 Uhr, samstags 10 – 18 Uhr, sonntags 10 – 16 Uhr

Von der Selbstverantwortung zur gleichwürdigen Führung und Abgabe von Verantwortung 

Veranstaltungsort Schweiz: 

Seminarhotel Lihn | Panoramastrasse 28 | CH 8757 Filzbach (Glarus Nord) | Tel +41 55 614 64 64 | www.lihn.ch

Unterkunft & Verpflegung Schweiz  Die Übernachtung vor Ort wird empfohlen. Begründung: Das Sich-Einlassen auf einen Ort und eine Zeitspanne, in der ich meinen inneren und äußeren Prozessen einfach mal auf meine,  für mich stimmige Weise nachgehen kann, ohne ständig von anderen Impulsen und Anforderungen “da draußen” abgelenkt zu werden, ermöglicht eine intensivere und nachhaltigere Auseinandersetzung mit den Inhalten und wird – erfahrungsgemäß – von den Teilnehmenden zugleich als entspannter erlebt. Das heißt: Die Lernerfahrungen werden einerseits intensiver und tiefer verinnerlicht, da alle ihrem eigenen inneren Tempo und ihren Bedürfnissen folgen können und Raum für Pausen, eigenes Prozessieren und informellen Austausch da ist. Und andererseits fühlt es sich nicht wie “Arbeit” (im Sinne von Stress) an, sondern wie Erholung (im Sinne von Stärkung), da eine Art “Refugium-Effekt” entsteht. 

Aber selbstverständlich ist das Übernachten kein Muss, sondern nur eine Empfehlung. Das Veto Recht, also die freie Entscheidung zu Dingen auch “nein” zu sagen, ohne dies begründen zu müssen, ist fest verankertet Konzept-Teil und Namensgeber des Konzepts. 

Die zusätzlichen Kosten für Übernachtung mit Vollpension und Seminarpauschale betragen je nach Zimmerkategorie (EZ, DZ, Mehrbettzimmer) zwischen CHF 2000.– bis 2700.- für die 5 Module und sind vor Ort zu bezahlen. Die Zimmerreservation erfolgt über die Seminaranmeldung. Sonderwünsche sind direkt mit dem Hotel auszuhandeln. Bitte beachtet die AGBs des Seminarhotels und schliesst eine Reiseversicherung ab.  

Teilnahmekosten Schweiz 

5500,- CHF für alle fünf Module (4900,- Euro)  

Frühbucherrabatt: 5% bis drei Monate vor Kursbeginn 

Die Rechnungsstellung erfolgt in zwei Teilbeträgen (oder nach Abmachung).

10% Rabatt für ACT-Fördermitglieder
20% Ermässigung für Schüler*innen und Studierende oder für Menschen mit Kulturlegi. 

Teilnehmendenzahl

Mindestens 10 und maximal 22 Teilnehmende. 

Nehmen Sie bei Fragen unverbindlich mit mir Kontakt auf: ue@urseisenbart.ch

Die Weiterbildung zum Veto-Prinzip in Berlin: 

Modul 1

11.-13. Februar 2022
freitags 15 – 19 Uhr, samstags 10 – 18 Uhr, sonntags 10 – 16 Uhr

Wer bin ich? 

Meine Bedürfnisse, Grenzen und Potentiale: Meine Biografie als emanzipatorische Erzählung

Modul 2

25.-27. März 2022
freitags 15 – 19 Uhr, samstags 10 – 18 Uhr, sonntags 10 – 16 Uhr

Führe Regie über dein Leben! Achtsamkeit. Resilienz. Selbstwahrnehmung. Selbststeuerung. 

Modul 3

06.-8. Mai 2022 freitags 15 – 19 Uhr, samstags 10 – 18 Uhr, sonntags 10 – 16 Uhr

Die Statuslehre als emanzipatorisches Instrumentarium auf dem Weg zu Selbstführung und Kooperation.

Modul 4

09.-11. September 2022 freitags 15 – 19 Uhr, samstags 10 – 18 Uhr , sonntags 10 – 16 Uhr

Spiele und handle! Selbstführung und Führung mit dem Veto-Prinzip. 

Modul 5

18.-20. November 2022 freitags 15 – 19 Uhr, samstags 10 – 18 Uhr, sonntags 10 – 16 Uhr

Von der Selbstverantwortung zur gleichwürdigen Führung und Abgabe von Verantwortung 

Veranstaltungsort Berlin: 

Urban Raum Berlin / Urbanstraße 93 / 10967 Berlin

Teilnahmekosten Berlin

3600,- Euro für alle fünf Module 

Frühbucherrabatt: 5 % bis drei Monate vor Kursbeginn workshop@act-berlin.de

Die Rechnungsstellung erfolgt in zwei Teilbeträgen (oder nach Abmachung).

10% Rabatt für ACT-Fördermitglieder
20% Ermässigung für Schüler*innen und Studierende, ALG II-Empfänger*innen und Inhaber*innen eines Berlin-Passes. 

Eine Ratenzahlung (z.B. in Raten) ist nach Absprache möglich. Für alle Fragen zur Bezahlung (Rechnungen, Ratenzahlung, Ermäßigung, Fördermitgliedschaft etc.) wenden Sie sich bitte an Friederike Erhart: workshop@act-berlin.de

Für die Berliner Weiterbildung nehmen wir Bildungsprämiengutscheine an!

Stornierungsbedingungen

Im Falle eines Rücktritts von der Teilnahme an der Weiterbildung werden folgende Gebühren für die Stornierung erhoben:

  • bis 60 Tage vor Veranstaltungsbeginn: 30,- Euro (Bearbeitungsgebühr)
  • bis 30 Tage vor Veranstaltungsbeginn: 10 % der Weiterbildungsgebühr
  • 29-14 Tage vor Veranstaltungsbeginn: 30 % der Weiterbildungsgebühr
  • 13-7 Tage vor Veranstaltungsbeginn: 50 % der Weiterbildungsgebühr
  • Späterer Rücktritt: 100 % der Weiterbildungsgebühr

Wird eine Ersatzperson für die Veranstaltung gestellt, entfallen die Stornogebühren.

Teilnehmendenzahl

Mindestens 10 und maximal 22 Teilnehmende. 

Nehmen Sie bei Fragen unverbindlich mit mir Kontakt auf: Friederike Erhart workshop@act-berlin.de

 

Leitung

Leitung: Maike Plath, 1970, Berlin 

ist Autorin, Dozentin, ehemalige Lehrerin und Mitglied des Leitungsteams von ACT e.V. – Führe Regie über dein Leben! Sie ist Begründerin des Veto-Prinzips (ursprünglich Mischpult-Prinzip). Ihr umfangreiches Konzept zu gleichwürdiger (Selbst-)Führung, das in mehreren Publikationen vorliegt, entwickelte sie aus der jahrelangen Praxis an einer Berliner Brennpunktschule. 

www.maikeplath.de

ACT e. V. eröffnet künstlerische Experimentierfelder in Schulen und Kultureinrichtungen und macht so Vielfalt als Glücksfall sichtbar. Der gemeinnützige Berliner Verein arbeitet nach dem Konzept von Maike Plath (Begründerin Veto-/Mischpult-Prinzip). 

Neben praktischen Forschungsfeldern widmet sich die Bildungsinitiative der Weitergabe des Konzeptes an Erwachsene mit Führungs-, Erziehungs- und Bildungsverantwortung mit dem Ziel Beziehungs- und Demokratiefähigkeit in der Gesellschaft nachhaltig zu stärken. 

www.act-berlin.de

 

Worum geht es in den Veranstaltungen und Workshops zum Veto-Prinzip?

Es geht in der Arbeit mit dem Veto-Prinzip darum, auf spielerische und handlungsorientierte Art die eigene Führungskompetenz zu entwickeln. Schritt für Schritt wird ein Führungs-Stil transparent und erlebbar, der die jeweils persönlichen Potentiale aller Beteiligten (Mitarbeiter*innen, Lernenden, Kolleg*innen) zur Entfaltung bringt und sie auf dieser Basis befähigt und motiviert, Verantwortung zu übernehmen – damit Diversität als wertvolle Ressource persönlich erfahrbar und in vollem Umfang wirksam werden kann.

Vom Gehorsam zur Selbstverantwortung

Spätestens seit der Pandemie wird offensichtlich, dass die wichtigste Fähigkeit, die es zu vermitteln gilt, die Kompetenz ist, unsichere, mehrdeutige und komplexe Situationen auszuhalten und konstruktiv, kreativ und eigenverantwortlich damit umzugehen. 

Das heißt: Unsere Welt wird besser, je mehr Menschen die Fähigkeit besitzen, das Unsichere und Mehrdeutige auszuhalten und konstruktiv und selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen. Dafür müssen wir lernen, aus dem angepassten oder rebellischen Kind-Modus in den Erwachsenen-Modus zu wechseln und Führung zu übernehmen oder/und selbstbestimmt kooperieren zu können. 

Wir brauchen konstruktive, in die Zukunft gerichtete Ziele und möglichst viele Menschen, die stark, zuversichtlich und handlungsfähig bleiben und gezielt darauf hinleben. 

Update Demokratie 2021

Die Demokratie lebt vom Gestaltungswillen und der Zuversicht der vielen. Und vom Vertrauen in uns selbst und in andere, und darin, dass wir in Kooperation miteinander gemeinsame Ziele verfolgen können. Hin zu einer menschlicheren Gesellschaft. 

Die Entwicklung des Veto-Prinzips als Konzept gleichwürdiger, demokratischer Führung basiert auf der Praxiserfahrung, dass Menschen nur dann miteinander kooperieren und demokratische Kernkompetenzen erwerben, wenn entsprechende Umfelder dafür geschaffen werden, in denen demokratisches Denken und Handeln Schritt für Schritt von Grund auf vermittelt, verstärkt und im konkreten, praktischen Handeln verinnerlicht werden können. 

In überfordernden Situationen, wie sie in Schulen, bei gemeinsamen Arbeitsprozessen, im Alltag mit Kindern und in der Führung in Unternehmen immer wieder auftreten, wird aus der Not heraus vielfach autoritär (re-)agiert, was die Konflikte und die empfundenen Demütigungen aller Beteiligten nur verschärft und die Ausbildung von Selbstwert verhindert. Viele Menschen haben in ihrer Kindheit nur autoritäres Verhalten ihrer Bezugspersonen als Antwort auf überfordernde Situationen erlebt und können nun als Erwachsene ebenfalls nur so reagieren. 

Um auf der Basis ihrer eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Potentiale Führung/Verantwortung für sich selbst, phasenweise auch für die anderen und grundsätzlich für ein gemeinsames Ziel übernehmen zu können und zu wollen, brauchen Menschen Alternativen zum autoritären Handeln. 

Demokratie ist das, was wir daraus machen

Gleichwürdige und demokratische Führung ist überhaupt nicht selbstverständlich und muss gelernt und verinnerlicht werden. Dafür braucht es transparente Konzepte sowie einen angeleiteten, schrittweisen Prozess, in dem wir konkrete Strategien der Selbstführung lernen und in der Folge dann auch Führung für andere und für gemeinsame Ziele übernehmen können, sowie (Lehr-) Personen, die auf der Basis eigener Integrität als gleichwürdig agierende Rollenmodelle vorleben, was Demokratische Führung bedeutet. 

Das Veto-Prinzip kann in künstlerischen Prozessen genauso angewendet werden, wie in Schulen, Hochschulen oder in Arbeits- und Unternehmenskontexten. 

Die Teilnehmenden lernen die Elemente des Veto-Prinzips im praktischen Tun kennen. Sie erleben alternative Handlungsweisen und wie es sich für sie selbst anfühlt, wenn Menschen sich gleichwürdig begegnen und in Kooperation miteinander Lösungen für komplexe Herausforderungen finden. 

Das Veto-Prinzip setzt sowohl inhaltlich als auch strukturell auf Prozesse, die zur Autonomie und Verantwortungsübernahme des*der Einzelnen führen. Damit leistet dieser Ansatz einen nachhaltigen Beitrag zur Stabilisierung unserer Demokratie und einer menschlicheren Gesellschaft.

Ausbildung von Selbstwertgefühl als Basis für Führungskompetenz und Entscheidungsfreude

Die Ausbildung von echtem Selbstwertgefühl ist die Basis für mentale und psychische Stärke – eine immer wichtiger werdende Ressource, um komplexe Situationen, mit denen wir es zunehmend zu tun haben, aushalten zu können und damit DIE Grundvoraussetzung für die Fähigkeit sich selbst und andere zu führen. 

Es besteht aber ein Zusammenhang zwischen unseren Lebensbedingungen und Bildungschancen in einem wettbewerbsorientierten System und der Möglichkeit, mentale und psychische Stärke ausbilden zu können. Wer zu lange Anpassung als Voraussetzung für Anerkennung erlebt, verlernt den Zugang zur eigenen Persönlichkeit und eigenen Fähigkeiten und kann irgendwann auch durch die best-gemeinten herkömmlichen Hilfs- und Bildungsangebote nicht mehr selbstbestimmt denken, handeln und fühlen. 

Auf Anpassung und Gehorsam setzende Führungskonzepte, wie sie in Schulen, Hochschulen und Ämtern noch immer Gang und Gebe sind, verstärken die Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit bei all denjenigen, die den zugrunde gelegten Normen nicht entsprechen können und machen diejenigen, die ihnen entsprechen KÖNNEN zu fremdbestimmten Effizienzmaschinen. Beides sehr schlechte Voraussetzungen, um auf komplexe Anforderungen zuversichtlich, stark und selbstverantwortlich reagieren zu können. 

Ursprung und Einordnung des Veto-Prinzips 

Die Zuordnung des Ansatzes (mit seinem ursprünglichen Titel „Mischpult-Prinzip“) zum Begriff „Theater“ greift zu kurz. Es geht vielmehr um ein grundsätzlich anderes Verständnis von Führung, nämlich um eines, das Selbstverantwortung, Selbstführung und persönliches Empowerment in den Fokus stellt. Es geht um die Verbindung der drei Ebenen Emotion, Körper und Kognition, und damit um die Möglichkeit, mit allen Facetten unseres Selbst mit anderen vielschichtig und gleichwürdig kommunizieren zu können – jenseits der eigenen beengenden Konditionierungen aus Kindheit und Sozialisation und jenseits von gesellschaftlicher Beschriftung/Bewertung. Je mehr wir wertenden und zensierenden Kontexten ausgesetzt sind, desto weniger „Kanäle unseres Mischpults“ werden wirksam. Und umgekehrt gilt auch: Je weniger Kanäle meiner selbst mitschwingen, desto mehr bewerte und zensiere ich mich selbst, desto mehr Angst entsteht und desto mehr denke ich, ich müsste mich verstecken und/oder mich schützen. Genau das steht aber einer Entfaltung meiner Persönlichkeit und meinen Grundbedürfnissen entgegen, denn die Angst, sich zu zeigen, steht im Widerspruch zu der zentralen Sehnsucht des Menschen, von anderen gesehen und verstanden zu werden, sich als Mensch voll einzubringen. Wir Menschen suchen Kooperation und Nähe, lernen aber aufgrund unserer auf Angst, Wettbewerb und Abgrenzung basierenden Sozialisation, uns zu verstellen und zu verstecken. – Und damit unser gesamtes Potential NICHT einzubringen und nicht zu entfalten.

Nachhaltige Lernprozesse initiieren durch Arbeit auf allen Ebenen: Körper – Emotion – Kognition – Spiel

Wir LERNEN durch familiäre Konditionierung und gesellschaftliche Sozialisation die Angst davor, ICH zu sein, uns als die Person einzubringen, die wir sind und wir verlernen, ganzheitlich zu kommunizieren. Das Veto-Prinzip setzt beim Spiel an, weil es darum geht, den rein kognitiven Kanal um ein Vielfaches zu ERWEITERN, indem wir uns wieder Zugang verschaffen zu den zahlreichen Erfahrungs- und Kommunikationsmöglichkeiten unseres Körpers und unserer Emotionen. Denn auf diese Weise können wir überhaupt erst mit all den uns zur Verfügung stehenden eigenen „Kanälen“ in Schwingung kommen und darüber in eine vielschichtige Kommunikation mit den jeweils anderen kommen. 

Selbstwirksamkeit erfahren durch facettenreiche, verbindende Kommunikation

Es geht um die tatsächliche, auch und insbesondere körperliche Begegnung im Raum und die Bereitstellung zahlreicher Ausdrucksmittel, um mit allen Facetten unseres Selbst mit anderen vielschichtig und gleichwürdig kommunizieren und kreativ gestalten zu können und auf diese Weise komplexe Probleme zu lösen und gemeinsame Ziele erreichen zu können. Insgesamt geht es beim Veto-Prinzip darum, Wege aufzuzeigen, wie alle Beteiligten sich selbst als gestaltend, selbstwirksam und erfolgreich erleben können – auf der Basis des Eigenen und durch eine facettenreiche, verbindende Kommunikation mit anderen. 

Mehr Demokratie wagen

Unsere Welt wird besser, je mehr Menschen die Stärke besitzen, das Unsichere und Mehrdeutige auszuhalten und dennoch beherzt Entscheidungen zu treffen und je mehr Menschen aus dem Modus des angepassten oder des rebellischen Kindes heraus kommen und stattdessen im Erwachsenen-Modus Verantwortung übernehmen (sowohl, indem sie selbst Führung übernehmen oder aber auch selbstbestimmt kooperieren/selbstbestimmt folgen). 

Eigene autoritäre Konditionierung erkennen:

Die derzeitige Covid 19 Pandemie können wir als einmalige gesellschaftliche Lernsituation begreifen, in der wir alle mit unseren eigenen internalisierten autoritären Mustern konfrontiert werden (welche sich beispielsweise in Verhaltensweisen des rebellischen oder ängstlichen, angepassten Kindheits-Ich äußern) und diese Schritt für Schritt erkennen und überwinden lernen können.

Kurz-Info zur Entstehung und Umbenennung des Ansatzes in Veto-Prinzip (ursprünglich Mischpult-Prinzip):

Ursprünglicher Ausgangspunkt für die Entwicklung dieses Ansatzes und die darin zentrale Verankerung des Veto-Rechts war meine Erfahrung von sehr konkretem und konsequenten Widerstand seitens der Kinder und Jugendlichen in meinem Unterricht an einer Hauptschule in Neukölln zu kooperieren. Wie in meinem Buch und Podcast „Türwächter*innen der Freiheit“ beschrieben, erlebte ich quasi in Extremform, dass demokratisches und gleichwürdiges Arbeiten in sehr diversen Gruppen die Lehrpersonen vor große Herausforderungen stellt. Und ich musste feststellen: Das ging nicht nur mir alleine so. Es gibt nach wie vor eine weit verbreitete Tendenz, bei (Disziplin-) Problemen autoritär zu reagieren statt Autorität zu sein – auf der Basis von Integrität und Gleichwürdigkeit. In überfordernden Situationen wird aus der Not heraus vielfach autoritär “gegenan regiert” – das heißt, es wird auf Belohnung, Bestrafung und/oder Manipulation zurück gegriffen – all das verdeckt oder offen autoritäre Verhaltensweisen, die die Konflikte – und die empfundenen Demütigungen aller Beteiligten – nur immer weiter verschärfen. 

Veto der Jugendlichen als Krise und innovativer Startpunkt

Die Jugendlichen schleuderten mir damals ein VETO entgegen – ohne diesen Begriff zu kennen. Sie verweigerten schlicht und ergreifend die Kooperation. Ein Glück im Unglück war für mich damals, dass diese Kinder von der normierten Erwartungshaltung, wie sie noch immer an Schulen herrscht, so weit abwichen, dass sie auch über Belohnung, Strafe oder Manipulation – also jegliche extrinsische Impulse wie auch Notendruck – nicht mehr „zu gewinnen waren“. In dieser für mich extrem unangenehmen „Not-Situation“ entschied ich mich dann für das komplette Gegenteil: Ich ging ihnen in ihrem Widerstand entgegen – und verankerte das Veto-Recht als festen konzeptionellen Teil der Zusammenarbeit. Damit war ein neuer Führungstraining-Stil etabliert und gleichzeitig ein Prozess auf den Weg gebracht, der auch bei mir selbst zu sehr schmerzhaften, aber gleichzeitig sehr erhellenden Erkenntnissen über meine eigenen (unbewusst autoritären) Prägungen führte.

Phasen bei der Einführung des Veto-Rechts

In der Kurzform machte ich folgende Phasen durch:

Die Kinder gingen nach Einführung des Veto-Rechts zunächst einmal „über Tisch und Bänke“. Ich geriet in Panik über den vollständigen Kontrollverlust und erlebte Gefühle von Scham (über mein Scheitern und das Erleben von Hilflosigkeit).

Darauf folgten Wut und Selbstmitleid, dass meine Bemühungen so „mit Füßen getreten wurden“.

Gleichzeitig aber fing ich an – in der einsetzenden Schlaufe aus Selbstzweifeln – mir die richtigen Fragen zu stellen. Nämlich:

Wie erschaffe ich einen Raum, in dem jede*r Lust bekommt, das jeweils Eigene, Individuelle einzubringen, und in dem sich alle so sicher fühlen, dass Scheitern und Ausprobieren anfangen kann, Spaß zu machen? Einen Raum, in dem alle üben können, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen und in dem Vielfalt als persönlicher Gewinn erlebt wird?

Das Veto-Recht erwies sich als Schlüssel und zog alle weiteren konzeptionellen Instrumente des Ansatzes nach sich. Denn zu meiner Überraschung folgten auf den ersten chaotischen Sturm dann Schritt für Schritt erste Anzeichen von echter Kooperation.

Ich erkannte, dass das Veto-Recht in dem Maße die Kultur in der gesamten Gruppe in Richtung Kooperation und Motivation hin verändert, wie konsequent ich das Veto-Recht – trotz anfänglich anarchisch wirkender Phasen – durchhalte und mit aller Überzeugung darauf bestehe.

Veto-Prinzip: Bildhafte Beschreibung

Dies möchte ich an folgendem bildlichen Beispiel erläutern:

Wenn ich auf dem 10-Meter-Turm im Schwimmbad stehend weiß, dass die Erwartung da ist, dass ich springen soll und alles andere einem Misserfolg gleichkommt, dann bin ich im Kopf mit der Belohnung (Lob und gute Note) bzw. mit der Bestrafung (Ansehensverlust, schlechte Note) beschäftigt, nicht aber mit der Situation und mit mir selbst an sich. Wenn ich zusätzlich noch fürchten muss, geschubst zu werden, verschärft sich dieses Gefühl des „Außer-Sich-Seins“.

Wenn ich aber verinnerlicht habe, dass ich ein Veto-Recht habe – egal in welcher Situation auch immer – und dass mein Veto in JEDEM Falle respektiert wird und daraus keine wertenden Schlüsse gezogen werden, erst DANN kann ich mich selbst auf dem Sprungturm wahrnehmen, wie es mir dort geht, was mein eigenes Bedürfnis ist, auf welche Art und wann ich springen will – oder ob überhaupt. Erst mit einem selbstverständlich gewährleisteten Veto-Recht kann ich bei mir selbst ankommen und raus finden, was ich in dieser Situation will und brauche. Statt im Außen zu sein, kann ich bei mir selber ankommen. Dieser Moment ist zentral. Oft merken wir dann: Ups. Ich WEISS gar nicht, was ich will bzw. was mein Bedürfnis überhaupt ist, weil ich mich schon so lange an den äußeren Erwartungen ausrichte, dass ich mich selbst gar nicht mehr spüre.

Je länger ich aber mit einem fest installierten Veto-Recht trainieren kann, meine eigenen Bedürfnisse und mein eigenes Tempo zu spüren, desto größer wird plötzlich auch mein Interesse an den Erfahrungen der anderen und an dadurch gesammeltem Wissen: Ich stelle fest, den anderen geht es auch so und sie haben folgende Strategien entwickelt, um damit umzugehen. Es gibt Wissen darüber, wie ich mich selbst steuern, auf welche Art ich abspringen kann, usw. und im gedanklichen Durchspielen all dieser Möglichkeiten wähle ich für mich den ersten Schritt und anschließend den zweiten, usw. Weil ich bei mir selbst sein kann, werden für mich die Informationen zu dieser Situation plötzlich interessant. Ich erlebe, dass ich in meinen Entscheidungen frei bin und nichts passiert, was ich nicht selbst will. Und dann wird klar: Gar nichts zu machen, bzw. „für immer und ewig“ im Veto-Modus zu bleiben entspricht gar nicht meinem inneren Lustbedürfnis. Wenn ich IMMER Veto machen kann und es IMMER akzeptiert wird, dann merke ich: Ich WILL ja was machen! Das ist der Beginn der intrinsischen Motivation und die Basis für alle produktiven Lern- Gestaltung – und Wachstumsprozesse. Wenn die Führung das Veto konsequent zum Bestandteil der Arbeits-Kultur macht, können alle ihren eigenen Start-Punkt – ihren individuellen Kooperationsimpuls – finden und von dort aus Schritt für Schritt in ihre Produktivität kommen.

Was es nach der Einführung des Vetos braucht

Nach Einführung und konsequenter Beibehaltung des Veto-Rechts braucht ein solcher Raum fortwährend Koordinaten, an denen sich alle orientieren können. Koordinaten, die so klar sind, dass alle sie verstehen können, und so grundlegend, dass sie sich auf alle Situationen übertragen lassen. Das Veto-Prinzip bietet solche Koordinaten an. Eines davon ist der im folgenden – unten – genau beschriebene Erfahrung-Spielraum: Mischpult- Führen und Folgen. Es gibt zahlreiche weitere solcher Erfahrung-Spielräume auf der Basis dieses Mischpult-Ansatzes.  Erfahrungsspielräume sind Spielanordnungen mit klaren Regeln, die bei allen Beteiligten individuelle Lernprozesse initiieren, welche sie jeweils selbst auf thematischen Skalen auf der Basis ihrer eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten steuern können.

Der Fluss, der das „Land des inneren Gehorsams“ vom „Land der inneren Freiheit trennt“: Das Veto-Recht

Die zentrale Schlüssel-Stelle aber ist und bleibt das Veto-Recht. Lehr- und Führungspersonen erleben einen „Vorher-Nachher“-Effekt: Diejenigen, die noch zögern und vor der Erfahrung des Vetos in ihren Gruppen zurückschrecken bzw. Ausreden finden, warum es in ihrer speziellen Situation leider leider eben nicht geht – bleiben im Land ihres inneren Gehorsams – also ihrer unbewussten, autoritären Prägungen und Glaubenssätze. Sie bleiben auf der einen Seite des Rubikons stehen und stellen ihre Fragen aus der Perspektive des „Zauderns“ und „Nicht-Zulassens“. Erst, wenn sie sich trauen, die Erfahrung des konsequenten Veto-Rechts bei sich zuzulassen – mit allem, was es bei ihnen auslöst – beginnt der innere Wachstumsprozess hin zur inneren Freiheit und zur natürlichen Autorität. Erst, wenn der Rubikon überschritten ist, stellen sich die „richtigen“ Fragen. Zum Beispiel:

Fragen auf dem Weg zur inneren Freiheit und zur natürlichen Autorität

Wovor habe ich eigentlich Angst, wenn ich anderen ein „Nein“ erlaube?

Warum löst der Widerstand von anderen ein so unangenehmes Gefühl in mir aus?

Was versuche ich bei mir selber zu verdrängen, bzw. NICHT anzuschauen?

Woher kommt mein Unbehagen beim Veto? Sowohl, wenn ich es von anderen erfahre, als auch, wenn ich es selbst anwende?

Wem will ich gefallen?

Was denke ich verteidigen zu müssen?

Wie will ich als Lehr- und Führungsperson eigentlich sein und was will ich langfristig erreichen?

Wo handle ich auf der Basis meiner eigenen Werte (welches SIND meine eigenen Werte?) und wo handle ich fremdbestimmt?

Wo in meinem persönlichen Alltag bin ich ebenfalls fremdbestimmt – und warum eigentlich?

Wo – in welchen Situationen – bin ich Erdmännchen oder Kläffer oder Löwe – und wie wäre meine Version des Führungstyps Schildkröte? Sowohl im beruflichen wie auch im privaten Leben?

Was fehlt mir, um klar und deutlich zu sagen „Ich will“ und entsprechend zu handeln?

Was muss ich tun, um ein authentischer und freier Mensch zu sein – eine natürliche Autorität?

Was muss ich tun, um Regie über mein eigenes Leben zu führen und wie kann ich dabei ein „Role Model“ für andere sein?

Wie kann ich Führung übernehmen, ohne mich fremden Erwartungen zu unterwerfen bzw. selbst autoritär zu handeln, sondern stattdessen natürliche Autorität zu SEIN – in allen Lebenskontexten –  als der Mensch, der ich bin?

Da das Veto Recht quasi der Rubikon ist, den es zu überschreiten gilt, bevor der Prozess hin zu einer starken authentischen Führungskraft beginnen kann, ist das Gesamtkonzept danach benannt: 

Das Veto-Prinzip

Gearbeitet wird dabei mit dem Instrument des Mischpults. Die oben genannten Konzept-Koordinaten bilden die Basis für das Veto-Prinzip als Gesamtkonzept.

Zum Begriff „Rubikon überschreiten“ siehe auch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rubikon

Wegbegleiter*innen und Bergführer*innen im herausfordernden Gelände des „Landes der inneren Freiheit“

Das Veto Recht ist somit bildlich gesprochen der Fluss, der das Land des inneren Gehorsamsvom Land der inneren Freiheit trennt. Um den Fluss zu durchqueren und sich dann im Gelände des „Landes der inneren Freiheit“ zurecht zu finden, gibt es Landkarten (verschiedene Abbildungen von möglichen Wegen, Erfahrungsspielräumen, Drei-Schritten und entsprechende Ausrüstung) und „Schildkröten“, die zunächst Wegbegleiter*innen/Bergführer*innen sind. Irgendwann ist es dann möglich, den jeweils eigenen Weg bzw. die eigenen Wege durch das Land der inneren Freiheit alleine zu finden – und irgendwann vielleicht auch als Wegbegleiter*in ANDEREN den Start durch das Gelände zu vereinfachen.