Das Mischpult-Prinzip: Kooperation statt Konkurrenz – Vom Gehorsam zur Selbstverantwortung

Vom Gehorsam zur Selbstverantwortung: Das Mischpult-Prinzip (Maike Plath)

 

Ausgangslage

Menschliche Gesellschaften werden aktuell in weiten Teilen von Dominanz, Machtstreben und Konkurrenz bestimmt. Ausbeutung von Menschen und Natur werden als selbstverständlich und unveränderbar wahrgenommen.

Die Herausforderungen der Weltgemeinschaft sind komplex und die Ressourcen auf unserer Erde endlich.

Gesellschaftliche Verantwortung, gegenseitige Fürsorge und Mitgefühl gelten als „weich“ und weniger wertschöpfend.

Beschleunigung und Individualisierung/Vereinsamung nehmen zu und führen zu Stress, Versagens- und Verlustängsten.

Die Ausbildung von Selbstwertgefühl als Basis für mentale und psychische Stärke ist von Zufall und Geburt (race, gender, class) abhängig.

Das Bildungssystem, insbesondere schulische Noten, vermitteln Konkurrenz- und Gehorsamsdenken, statt die Fähigkeit der (Selbst-)Führung.

Kooperation, Gleichwürdigkeit und Eigenverantwortung werden nicht systematisch vermittelt, eingeübt und vorgelebt. Dadurch fehlen Möglichkeiten des gemeinsamen Lernens, des Perspektivwechsels und des Nachahmens und damit der gemeinsamen Überwindung tradierter Machtstrukturen.

 

Lösungsansatz Mischpult-Prinzip

Durch die Arbeit mit dem Mischpult-Prinzip werden Räume geschaffen, in denen Menschen Alternativen zu autoritärem Handeln kennenlernen, sich systematisch aneignen und einüben können.

Menschen brauchen Alternativen zum autoritären Handeln, um auf der Basis ihrer eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Potenziale Führung und Verantwortung für sich selbst, phasenweise auch für die anderen und grundsätzlich für ein gemeinsames Ziel übernehmen zu können und zu wollen.

Kinder und auch Erwachsene lernen am nachhaltigsten durch Beziehung und menschliche Vorbilder, die sie in der konkreten Praxis erleben und spiegeln können

Das Mischpult-Prinzip bietet Instrumente, an denen sich alle auf ihrem Weg hin zu Gleichwürdiger Führung orientieren können.

Das Mischpult-Prinzip kann in künstlerischen Produktionen, in schulischen oder außerschulischen Kontexten sowie in Arbeits-, Unternehmens- und Beziehungskontexten angewendet werden.

 

Konzeptbeschreibung

Wie können Selbstverantwortung, und demokratische Kernkompetenzen vermittelt werden? Eine Antwort lautet: Indem ich (Selbst-) Führungskompetenz vorlebe und vermittle. Denn Führung übernehmen heißt nichts anderes, als Verantwortung zu übernehmen. Ein demokratischer Raum, in dem Vielfalt für alle Beteiligten als persönliche Bereicherung spürbar wird, erfordert Führungskompetenz ALLER Beteiligten. Dies lässt sich durch das MISCHPULTPRINZIP schrittweise von eigenen Erfahrungen ausgehend vermitteln. Wenn alle im Raum auf der Basis ihrer eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Potentiale Führung/Verantwortung für sich selbst, phasenweise auch für die anderen und grundsätzlich für ein gemeinsames Ziel übernehmen können und wollen, entsteht ein hochwirksamer demokratischer Raum, der Vielfalt als Glücksfall für alle sichtbar macht. Alle Beteiligten lernen auf ein gemeinsames Ziel hin – von unterschiedlichen Ressourcen und Perspektiven ausgehend – Verantwortung zu übernehmen. Sie lernen demokratisch zu führen und selbstbestimmt zu folgen. Sie lernen, auf sehr produktive Weise zu kooperieren.

Die Entwicklung des Mischpult-Prinzips als Konzept gleichwürdiger, demokratischer Führung basiert auf der Praxiserfahrung, dass Menschen nur dann miteinander kooperieren und demokratische Kernkompetenzen erwerben, wenn entsprechende Umfelder dafür geschaffen werden, in denen demokratisches Denken und Handeln Schritt für Schritt von Grund auf vermittelt, verstärkt und im konkreten, praktischen Handeln verinnerlicht werden.

In überfordernden Situationen, wie sie im Unterricht, bei gemeinsamen Arbeitsprozessen, im Alltag mit Kindern und in der Führung in Unternehmen immer wieder auftreten, wird aus der Not heraus vielfach autoritär (re-) agiert, was die Konflikte und die empfundenen Demütigungen aller Beteiligten nur verschärft und die Ausbildung von Selbstwert verhindert. Viele Menschen haben in ihrer Kindheit nur autoritäres Verhalten ihrer Bezugspersonen als Antwort auf überfordernde Situationen erlebt und können nun als Erwachsene ebenfalls nur so reagieren.

Um auf der Basis ihrer eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Potentiale Führung/Verantwortung für sich selbst, phasenweise auch für die anderen und grundsätzlich für ein gemeinsames Ziel übernehmen zu können und zu wollen, brauchen Menschen Alternativen zum autoritären Handeln.

Kinder und auch Erwachsene lernen am nachhaltigsten durch Beziehung und menschliche Vorbilder, die sie in der konkreten Praxis erleben und spiegeln können. Dafür braucht es transparente Konzepte sowie einen angeleiteten, schrittweisen Prozess, in dem sie konkret lernen, in die Selbstverantwortung zu gehen, und in dem sie in der Folge dann auch Führung für andere und für gemeinsame Ziele übernehmen können, sowie (Lehr-) Personen, die auf der Basis eigener Integrität als gleichwürdig agierende Rollenmodelle vorleben, was Demokratische Führung bedeutet.

Das Mischpult-Prinzip kann in künstlerischen Prozessen genauso angewendet werden, wie in Schulen, Hochschulen oder in Arbeits- und Unternehmenskontexten. Die Teilnehmenden lernen die Elemente des Mischpult-Prinzips wie die demokratischen Führungsjoker (siehe unten) im praktischen Tun kennen. Sie erleben alternative Handlungsweisen und wie es sich für sie selbst anfühlt, wenn Menschen sich gleichwürdig begegnen und in Beziehung zueinander sind.

Das Mischpult-Prinzip setzt sowohl inhaltlich als auch strukturell auf Prozesse, die zur Autonomie und Verantwortungsübernahme des*der Einzelnen führen. Die (Lehr-) Person übernimmt als „Schildkröte“ (siehe unten) zu Beginn Verantwortung für den Prozess und legt offen, was sie tut, während sie führt. Schritt für Schritt gibt sie Verantwortung an andere ab und übernimmt nur noch beratende Funktion, wenn sie gebraucht wird. Nach und nach übernehmen die Teilnehmenden die Elemente in die Zusammenarbeit untereinander. Das Konzept schafft eine gemeinsame Sprache, alle verstehen, was zum Beispiel ein Veto ist, und haben durch konkretes Erleben gelernt, dass es respektiert wird.

Der Begriff Mischpult fungiert zugleich als Bild und Metapher auf der einen Seite und als konzeptionelle Beschreibung des Materials auf der anderen Seite. Das Wort Mischpult bezeichnet hier sowohl als Metapher als auch als Materialbeschreibung das von mir entwickelte Gesamt-Konzept demokratischer gleichwürdiger Führung.

Als Metapher beschreibt der Begriff den zugrundeliegenden Gedanken, dass jeder Mensch hier als Mischpult verschiedenster individueller Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten verstanden wird. Diese individuellen Handlungs-und Gestaltungsmöglichkeiten sind als „Kanäle“ eines Mischpults zu verstehen. Entsprechend diesem Bild kann jeder Mensch seine eigenen „Kanäle“ jeweils von „Null“ (Veto), über „sehr einfach“ bis hinauf nach „sehr komplex“ selbstbestimmt steuern.

Ziel des konzeptionellen Ansatzes ist es, den Beteiligten ihre jeweils unterschiedlichen Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten (Mischpult-Kanäle) aufzuzeigen und sie schrittweise dazu zu ermächtigen, die eigenen Kanäle selbstbestimmt auf einer Skala von „einfach bis komplex“ zunehmend autonom und versiert und in Richtung zunehmender Komplexität und Qualität auf ein gemeinsames Ziel hin zu steuern.

Dies geschieht durch die kontinuierliche Arbeit nach konkret ausformulierten Prinzipien und mit dem Mischpult, das als Bezeichnung auch das Material selbst meint: die verschiedenen Karten (Methodenrepertoires: Materialkästen, erschienen im Beltz Verlag), die in ihrer Gesamtheit – in immer wieder neuen Zusammenstellungen und Anordnungen – das gemeinsame Referenzsystem bilden, auf das sich eine Gruppe in ihrem Gestaltungsprozess bezieht und das als gemeinsamer Wissens-Pool durch die Weiterentwicklung der Gruppenmitglieder ständig wächst.

Das Mischpult-Prinzip basiert auf einer inklusiven Lernkultur und rückt den Begriff der stets wechselnden FÜHRUNG – als Grundbedingung für demokratische Arbeitsweisen – explizit in den Vordergrund. Führung (zur Mündigkeit) wird hier klar vom Begriff der HERRSCHAFT und von hierarchisch gedachten Arbeitsweisen abgegrenzt.

Das Konzept geht von der real existierenden Vielfalt aus und zielt darauf ab, die Verschiedenheit der Potentiale aller Beteiligten konstruktiv zu verstärken und initiiert die nachhaltige Arbeit an einer inneren Haltung (Selbstwert, Autonomie).

Klar geregelte Spielfelder, Koordinaten zur Orientierung und Selbststeuerung nach Skalen-Prinzip

Wie erschaffe ich einen Raum, in dem jede*r Lust bekommt, sein oder ihr Eigenes einzubringen, und in dem sich alle so sicher fühlen, dass Scheitern und Ausprobieren anfangen kann, Spaß zu machen? Einen Raum, in dem alle üben können, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen, und in dem Vielfalt als persönlicher Gewinn erlebt wird?

Solch ein Raum braucht Koordinaten, an denen sich alle orientieren können. Koordinaten, die so klar sind, dass alle sie verstehen können, und so grundlegend, dass sie sich auf alle Situationen übertragen lassen. In unserer Arbeit beziehen wir uns mit allen unseren Angeboten und Arbeitsfeldern auf das Mischpult-Prinzip, das solche Koordinaten anbietet.

Diese Koordinaten schaffen zum Beispiel die zwei Instrumente des Mischpult-Prinzips „Demokratische Führungsjoker“ und die „Vier Führungstypen im Statustraining“:

Demokratische Führungsjoker

Die fünf demokratischen Führungsjoker sind eine Erfindung (Maike Plath), um jegliche Arbeits- und Lernprozesse von Anfang an demokratisch zu gestalten und sich dabei auf einer Sachebene zu verständigen. Jeder Mensch im Raum hat jederzeit die Möglichkeit, über diese fünf Führungsjoker zu verfügen und damit anzuzeigen, wo innere Grenzen überschritten werden.

Veto: Wenn ich etwas nicht tun will, tue ich es nicht. Ich muss nicht erklären, warum. Meine innere Grenze ist der Maßstab.

Klarheit: Wenn ich etwas nicht verstehe, kann ich der Führung Klarheit zurückmelden. Sie muss dann dafür Sorge tragen, dass ich die Chance bekomme, zu verstehen, worum es geht.

Tempo: Wenn es mir zu schnell oder zu langsam geht, kann ich mit Tempo die Führung dafür sensibilisieren.

Verantwortung: Wenn ich den Eindruck habe, dass jemand gedemütigt oder herabgesetzt wird, kann ich Verantwortung rufen. Die Führung weiß dann: „Hier stimmt was nicht.“

Störgefühl: Wenn etwas irritiert oder emotional blockiert, kann ich Störgefühl zurückmelden. Ich muss dabei nicht direkt benennen können, wo das Gefühl herkommt.

Vier Führungstypen im Statustraining kennenlernen

Die vier Führungstypen sind Bilder, an denen ich mich orientieren kann, wenn ich Führung übernehme. Wir alle haben Anteile aller vier Typen in uns – haben uns aber oft in einer Komfortzone eingerichtet, mit der wir bislang gut durchs Leben gekommen sind. Im sogenannten Statustraining kann ich diese Komfortzone in einem geschützten Raum verlassen und meinen Handlungsspielraum erweitern.

Dabei wird unterschieden zwischen äußerem Status (Gesten, Mimik, Sprache, etc.) und innerem Status (innere Haltung).

Die vier Status-Typen (Führungs-Stile)

 

Löwe: außen hoch – innen hoch. Der Löwe erzeugt Distanz und Respekt, aber keine Nähe und Sympathie. Ich bin im Löwen, wenn ich mich absolut souverän und sicher fühle. Führung über Macht und Autorität.

Kläffer: außen hoch – innen tief. Der Kläffer erzeugt weder Respekt noch Sympathie. Ich bin im Kläffer, wenn ich Angst habe, die Kontrolle zu verlieren, und Druckmittel einsetze. Führung über Angst und äußere Statussymbole.

Erdmännchen: außen tief – innen tief. Das Erdmännchen erzeugt Nähe und Sympathie, aber keinen Respekt. Ich bin im Erdmännchen, wenn ich mit allen in Harmonie sein will und nicht für mich selber sorge. Keine Führung.

Schildkröte: außen zu 90% tief – innen hoch. Ich bin in der Schildkröte, wenn ich für mich und andere einstehen kann, weiß, was ich will, und mich als Mensch mit meinen Schwächen nicht verstecken muss. Führung über Liebe, Vertrauen und Integrität.

 

Das Mischpult-Prinzip funktioniert nach dem Drei-Schritt:

1 Gemeinsames Ziel formulieren

Erfahrungsspielraum eröffnen mit Zugangsmöglichkeiten zu einem gemeinsamen Wissens-Referenzsystem und Orientierung an Themen-Skalen und grundsätzlich der Skala von „einfach bis komplex“

3 Konkrete Regeln und Rituale für eine ständige eigene und gegenseitige Reflexion des Erlebten und Erfahrenen (Orientierungsmarken sowohl für die Selbstreflexion als auch die ständige Reflexion mit den anderen).

Es geht darum, sich im jeweiligen Erfahrungsspielfeld beispielsweise immer wieder neu an Skalen zu orientieren und individuelle Entscheidungen zu treffen:

Skalenbeispiele (im thematischen Kontext ‚Führen und Folgen‘):

„Freiheit und Sicherheit“,

„Integrität und Kooperation“,

„Selbstfürsorge und Mitgefühl“,

„Gesundheit und Genuss“,

„Rationalität und Intuition“,

„Begrenzung und Freiheit“,

„Disziplin und Loslassen-Können“,

„Kontrollbedürfnis und Fähigkeit, Unsicherheit auszuhalten“,

„Wissenschaft und Spiritualität“,

„Disziplin und Chaos“,

„Liebe und Angst“,

„Verletzlichkeit und Rüstung“,

„Vertrauen und Kontrolle“,

„Nähe und Distanz“,

„Solidarität und Egoismus“,

„Kind-Ich und Erwachsenen-Ich“,…

Niemals ist nur das eine ODER das andere richtig. Sondern es geht darum, in unübersichtlichen Situationen selbstbestimmt anhand der Skalen Entscheidungen zu treffen und diese Entscheidungen und daraus folgenden Erlebnisse immer wieder mit anderen zu reflektieren. In den reflektierenden Gesprächen gelten grundsätzlich die fünf demokratischen Führungs-Joker.

Übergeordnetes, größeres Ziel ist die Annäherung an den Führungs-Typ der SCHILDKRÖTE.

Darüber hinaus basiert das Konzept auf folgenden Prinzipien:

A Gemeinsames, flexibles Referenzsystem, Open Knowledge Prinzip

B LOW FLOOR, WIDE WALLS, HIGH CEILING

C Ritualisiertes Regelsystem zur Etablierung einer einschließenden Kommunikation und Wertekultur

D Schrittweise Vermittlung (von „einfach bis komplex“) der Koordinaten Demokratischer Führung und wechselnde Übernahme von Verantwortung (Führung)

Erläuterung des Dreischritts und der grundsätzlichen Arbeits-Prinzipien des Ansatzes: 

Es wird ein gemeinsames Ziel formuliert, das es gemeinsam zu erreichen gilt.

Es muss selbstverständlich sein, dass dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn alle in ihren verschiedenen Potentialen bestärkt und auf das Ziel hin konstruktiv und frei agieren können.

(Das würde bedeuten, dass „schnell laufen“ nicht besser ist als „langsam laufen“ – oder als „fahren“, dass rechnen nicht besser ist als malen, usw.)

Wie aber können verschiedenste Facetten und Potentiale aller Beteiligten sichtbar werden? – Indem wir nach der Ausformulierung eines gemeinsamen Ziels ein breites Erfahrungs- und Experimentierfeld eröffnen. Damit ist folgendes gemeint:

Die Gruppe muss ermächtigt werden, auf das Ziel hin eigene Strategien zu entwickeln, wie sich jeder einzelne sinnhaft und konstruktiv in das Gemeinsame einbringen kann. Und zwar von den Bedingungen ausgehend, die jede*r individuell mitbringt.

Dafür braucht es folgende konzeptionelle Grundvoraussetzungen:

Dies ist erstens ein flexibles und damit immer weiter ausbaufähiges gemeinsames, für alle transparentes Referenzsystem, auf das sich alle Gruppenmitglieder beziehen, welches sie selbstständig weiterentwickeln und über das sie miteinander kommunizieren können.

Zweitens braucht es ein ritualisiertes Regelsystem auf der Basis einer einschließenden Werte-Kultur, das jeglicher Kommunikation und jeglichem Handeln aller Beteiligten eine Form, einen Sinn und eine Richtung gibt.

Und drittens braucht es ein Konzept der Demokratischen Führung. Dieses muss schrittweise an alle Teilnehmenden vermittelt werden und macht es möglich, dass alle Phasen des Prozesses klar geführt ablaufen – aber durch jeweils unterschiedliche Menschen, die nach klaren und transparenten Regeln zeitweise Verantwortung für alle übernehmen.

Nach Ziel und Erfahrungsspielraum ist die Reflexion die dritte große konzeptionelle Koordinate dieses Konzepts: Von Beginn an lernen alle Beteiligten anhand klarer Regeln, wie sie den Prozess in einem ständigen Austausch miteinander reflektieren können. Durch die Reflexion werden Wissen und Erfahrungen ständig gemeinsam weiterentwickelt.

Für alle konzeptionellen Instrumente gelten die Prinzipien LOW FLOOR, WIDE WALLS und HIGH CEILING. Das bedeutet, dass grundsätzlich beim Einfachen individuell begonnen werden kann (LOW FLOOR), dass grundsätzlich unendlich viele Kombinations- und Gestaltungsmöglichkeiten bereitstehen (WIDE WALLS) und dass zu jeder Zeit bestehendes Wissen übertroffen werden und neue Entdeckungen gemacht werden können.

Durch das Konzept der Demokratischen Führung, das die Gruppenmitglieder schrittweise auf einer Skala von „einfach bis komplex“ ermächtigt, selbst die Führung und somit Verantwortung zu übernehmen, wird es möglich, dass die Gruppen ihre Lern- und Gestaltungsprozesse auf der Basis aller vorhandenen Potentiale eigenständig führen und somit von jeglichem normorientierten Denken und von äußerer Bewertung unabhängig sind.

Die Gruppenmitglieder finden situations- und kontextabhängig individuell heraus, was sie zur Bewältigung der nächst anstehenden Herausforderung brauchen und wie sie Probleme lösen können. Diese Lösungen können weitaus kreativer sein und weit über das hinausgehen, was in Schule bisher denkbar ist.

Concept: The Theatrical Mixing Board

The heart and strength of Europe is democracy. But democracy seems to be more and more fragile these days.

The openness, diversity and freedom of our continent is in danger.

To counteract the visible signs of regression into old patterns of nation-state behaviour, separation and the erosion of solidarity,  I believe in participatory ways of creating art and theatre. As a concrete contribution to this end I am happy to present to you the Theatrical Mixing Board…:

Democracy needs leadership. Leadership is not ruling over people. Leadership means taking responsibility. But leading doesn’t come natural to us. We have to learn it step by step. This is what we do when working with the Theatrical Mixing Board: taking turns directing, creating and sharing our experience in constant exchange with each other (by means of a detailed feedback concept called  a „Talk among friends“).

The „Theatrical Mixing Board“ is a concept which I developed over the course of many years: a shared reference system that opens up a shared play- and experimental space and makes full transparency possible – which is the basis for overcoming imbalanced power structures. With the help of various creativity containers and the principles of democratic leadership (for example the DEMOCRATIC LEADERSHIP JOKERS: TEMPO! CLARITY! RESPONSIBILITY! & VETO!), everyone can find their own individual way of accessing the Theatrical Mixing board and it’s innumerable possibilities of innovative creation. Working with the Theatrical Mixing Board means reflecting and practicing democracy, strengthening and developing your true self and your individual potentialand experiencing the power of working in cooperation instead of in competition“.