Aktuell

Die „Türwächter*innen der Freiheit“ – sowohl als Blogtext zum Lesen als auch als Podcast zum Hören – findet ihr jetzt DIREKT hier auf der Seite links in der Leiste unter „Türwächter*innen der Freiheit“!

Meine nächste Veranstaltung „Vom Gehorsam zur Selbstverantwortung – Das Mischpultprinzip“:

3 Workshop-Termine für interessierte Fachpersonen aus Führung und Erziehung mit Maike Plath, Berlin

In Zürich, am 28. und 29. August 2020

In Zürich, am 23. und 24. Oktober 2020

In Zürich, am 12. und 13. März 2021:

jeweils
Freitag, 17.30 – 20.30 Uhr Samstag, 09.30 – 16.30 Uhr

Wie erreichen wir, dass Menschen gerne mit uns kooperieren? Wie gelingt es, Geführte in Mitverantwortung zu bringen? Wann wird Mitbeteiligung und Partizipation erfolgreich?

Die Antwort ist einfach: Indem wir demokratisch führen. Doch was bedeutet das genau? Wie können die Rollen von Führenden und Folgenden verstanden werden? Wie sehen entsprechende Strukturen aus? Welche Art von Rollenmodell und Vorbild sollen Führende anstreben? Und wie schafft man es, bei (Disziplin-)Problemen auf der Basis von Integrität und Gleichwürdigkeit Autorität zu SEIN, ohne autoritär zu reagieren?

Für interessierte Menschen und Fachpersonen aus Führung, Erziehung, Pädagogik …, die

  • grundsätzlich an Beziehungsorientierung, Führung und Partizipation interessiert sind.
  • Lust haben, über Führung und Erziehung zu reflektieren und damit „zu spielen“.
  • selber erleben wollen, dass Widerstand und Veto keine Bedrohung sein müssen.
  • mit der „Schildkröte“ eine Führungsmetapher kennenlernen wollen, mit welcher beziehungsorientiertes Führen in Haltung und Verhalten bestens umschrieben werden kann.

• mit dem Mischpult-Prinzip eine lustvolle und interaktive Methodik kennen lernen wollen, mit der mensch einiges über das Führen und Folgen entdecken kann. Und mit welcher auch Schülerinnen und Schüler (ab der 3. Klasse) in die Selbstverantwortung gebracht werden können.

Wo

Zürich, Aula Institut Unterstrass, Seminarstrasse 29
(ca. 15 Minuten mit Tram 11/14 ab Hauptbahnhof oder Tram 11/15 ab Oerlikon)
Seminarleitung
Maike Plath, www.maikeplath.de
Kosten
CHF 350.– (Die Pausenverpflegung ist inbegriffen)
Organisation
Ruth Meyer und Urs Eisenbart, www.fokusbeziehungskompetenz.ch
Anmeldung
an Urs Eisenbart ue@urseisenbart.ch / 079 665 17 63 mit Angabe von Rechnungsadresse, Mailadresse und Telefonnummer

Online Kurse bei Maike Plath

„Vom Gehorsam zur Selbstverantwortung – Das Mischpultprinzip: Ein Online-Seminar zur Einführung der zentralen Prinzipien gleichwürdiger Führung und Selbstführung“

Die derzeitige Covid 19 Pandemie können wir als einmalige gesellschaftliche Lernsituation begreifen, in der wir alle mit unseren eigenen internalisierten autoritären Mustern konfrontiert werden und diese Schritt für Schritt erkennen und überwinden lernen können. 

Basis-Kurs:

  • 4 Zeitstunden für Gruppen bis zu 14 TN
  • Online-Kurs via Zoom
  • Inklusive begleitendes Material und Protokoll

750,- Euro

Dieses Angebot kann nur von Gruppen/Institutionen gebucht werden, nicht von Einzelpersonen. Der Preis ist nicht der Preis pro Person, sondern für die gesamte Gruppe a 14 Personen für vier Zeitstunden Mischpult-Online-Seminar. Es handelt sich hier um eine grundsätzliche Einführung in das Mischpult-Prinzip am Beispiel des oben genannten Themas. Dieses Format wurde bewusst als Online-Format entwickelt und kommt bereits sehr gut an (- es ist auch für online-skeptische Menschen geeignet!).

Anfragen an: 

kontakt@maikeplath.de

Programm:

Vom Gehorsam zur Selbstverantwortung – Das Mischpultprinzip

Ein Konzept zur gleichwürdigen Führung

Einführung

Die Ausbildung von echtem Selbstwertgefühl ist die Basis für mentale und psychische Stärke – eine immer wichtiger werdende Ressource, um komplexe Situationen, mit denen wir es zunehmend zu tun haben, aushalten zu können und damit DIE Grundvoraussetzung für die Fähigkeit sich selbst und andere zu führen. 

Es besteht aber ein Zusammenhang zwischen unseren Lebensbedingungen und Bildungschancen in einem wettbewerbsorientierten System und der Möglichkeit, mentale und psychische Stärke ausbilden zu können. Wer zu lange Anpassung als Voraussetzung für Anerkennung erlebt, verlernt den Zugang zur eigenen Persönlichkeit und eigenen Fähigkeiten und kann irgendwann auch durch die best-gemeinten herkömmlichen Hilfs- und Bildungsangebote nicht mehr selbstbestimmt denken, handeln und fühlen. 

Auf Anpassung und Gehorsam setzende Führungskonzepte, wie sie in Schulen, Hochschulen und Ämtern noch immer Gang und Gebe sind, verstärken die Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit bei all denjenigen, die den zugrunde gelegten Normen nicht entsprechen können und machen diejenigen, die ihnen entsprechen KÖNNEN zu fremdbestimmten Effizienzmaschinen. Beides sehr schlechte Voraussetzungen, um auf komplexe Anforderungen zuversichtlich, stark und selbstverantwortlich reagieren zu können. 

Ursprung und Einordnung des Mischpult-Prinzips

Die Zuordnung des Ansatzes zum Begriff „Theater“ ist ein Missverständnis. Dieses Missverständnis trat auf, weil auf struktureller Ebene ein Name für die Sache gefunden werden musste, um dem Mischpultprinzip in schulischen Strukturen einen Platz zu ermöglichen. In Wahrheit geht es um weitaus mehr. Es geht um ein grundsätzlich anderes Verständnis von Führung, nämlich um eines, das Selbstverantwortung, Selbstführung und persönliches Empowerment in den Fokus stellt. Es geht um den Körper im Raum, und damit um die Möglichkeit, mit allen Facetten unseres Selbst mit anderen vielschichtig und gleichwürdig kommunizieren zu können – jenseits der eigenen beengenden Konditionierungen aus Kindheit und Sozialisation und jenseits von gesellschaftlicher Beschriftung/Bewertung. Je mehr wir wertenden und zensierenden Kontexten ausgesetzt sind, desto weniger Knanäle unseres Mischpults werden wirksam. Und umgekehrt gilt auch: Je weniger Kanäle meiner selbst mitschwingen, desto mehr bewerte und zensiere ich mich selbst, desto mehr Angst entsteht und desto mehr denke ich, ich müsste mich verstecken und mich schützen. Das ist aber so tragisch, denn diese Angst, sich zu zeigen, steht im krassen Widerspruch zu der zentralen Sehnsucht des Menschen, von anderen gesehen und verstanden zu werden, sich als Mensch voll einzubringen. Wir Menschen suchen Kooperation und Nähe, lernen aber aufgrund unserer auf Angst, Wettbewerb und Abgrenzung basierenden Sozialisation, uns zu verstellen und zu verstecken. – Und damit unser gesamtes Potential NICHT einzubringen, nicht zu entwickeln.

Selbstermächtigung – Führe Regie über dein Leben!

Wir LERNEN durch familiäre Konditionierung und gesellschaftliche Sozialisation die Angst davor, ICH zu sein, uns als die Person einzubringen, die wir sind und wir verlernen, ganzheitlich zu kommunizieren. Das Mischpult-Prinzip setzt beim Theater an, weil es damals erstmal darum ging, den rein kognitiven Kanal um ein Vielfaches zu ERWEITERN, indem wir uns wieder Zugang verschaffen zu den zahlreichen Erfahrungs- und Kommunikationsmöglichkeiten unseres Körpers. Denn auf diese Weise können wir überhaupt erst mit all den uns zur Verfügung stehenden eigenen „Kanälen“ in Schwingung kommen und darüber in eine vielschichtige Kommunikation mit den jeweils anderen kommen. Aber der allein körperorientierte Fokus reicht unter gesellschaftlichem/politischen Gleichwürdigkeits-Anspruch nicht aus. Es musste von Anfang an AUCH selbstermächtigende, künstlerische/kreative Arbeit mit Output sein, im Gegensatz nämlich zu beispielsweise anderen empowernden, körperorientierten Ansätzen, weil es so wichtig ist, Menschen das Gefühl von SELBSTWIRKSAMKEIT zu ermöglichen. Es geht beim Mischpultprinzip darum, Wege aufzuzeigen, wie alle Beteiligten sich selbst als gestaltend und erfolgreich erleben können – auf der Basis des Eigenen und durch eine facettenreiche, verbindende Kommunikation mit anderen. 

Das Mischpult-Prinzip ist mehr als Theater

Leider wurde dieser Ansatz von der stark kognitiv ausgerichteten und hierarchisch geprägten Theaterpädagogik vielfach missverstanden und auf den theaterpädagogischen Aspekt reduziert. Das Mischpult-Prinzip ist allerdings nicht nur ein GEGENENTWURF zur bestehenden Theaterpädagogik, sondern auch ein künstlerisches Instrumentarium zur radikalen Demokratisierung von Prozessen und Räumen. Jetzt ist der Zeitpunkt da, um sich aus dieser Fremdbeschriftung durch das „Theater“ zu lösen, und neue Begrifflichkeiten zu finden, die besser geeignet sind, um das auf den Punkt zu bringen, wofür das Mischpult-Prinzip in Wahrheit steht. Nämlich um ein radikal demokratisierendes, struktur- und gesellschaftsveränderndes Denken und Gestalten, Fühlen und Handeln.

Darum geht es

Es geht um die tatsächliche, auch und insbesondere körperliche Begegnung im Raum und die Bereitstellung zahlreicher Ausdrucksmittel, um mit allen Facetten unseres Selbst mit anderen vielschichtig und gleichwürdig kommunizieren und gestalten zu können und auf diese Weise komplexe Probleme zu lösen und gemeinsame Ziele erreichen zu können.

Mehr Demokratie wagen

Unsere Welt wird besser, je mehr Menschen die Stärke besitzen, das Unsichere und Mehrdeutige auszuhalten und dennoch beherzt Entscheidungen zu treffen und je mehr Menschen aus dem Modus des angepassten oder des rebellischen Kindes heraus kommen und stattdessen im Erwachsenen-Modus Verantwortung übernehmen (sowohl, indem sie selbst Führung übernehmen oder aber auch selbstbestimmt kooperieren/selbstbestimmt folgen). 

Eigene autoritäre Konditionierung erkennen:

Die derzeitige Covid 19 Pandemie können wir als einmalige gesellschaftliche Lernsituation begreifen, in der wir alle mit unseren eigenen internalisierten autoritären Mustern konfrontiert werden und diese Schritt für Schritt erkennen und überwinden lernen können. 

Im Online-Seminar erproben wir mit Hilfe der Mischpult-Prinzipien ein interaktives Format, in dem wir direkt erleben, was es bedeutet, einen gleichwürdigen Raum herzustellen und auch, was uns dabei manchmal im Wege steht (Input, Arbeit in Kleingruppen, Auswertung im Plenum).

Ausführliche Programmbeschreibung:

Spätestens in einer Welt nach der Corona Krise müssen wir einsehen, dass die wichtigste Fähigkeit, die es zu vermitteln gilt, die Kompetenz ist, unsichere, mehrdeutige und komplexe Situationen auszuhalten und konstruktiv, kreativ und eigenverantwortlich darauf zu reagieren. 

Das heißt: Unsere Welt wird besser, je mehr Menschen die Fähigkeit besitzen, das Unsichere und Mehrdeutige auszuhalten und konstruktiv und selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen. Dafür müssen wir lernen, aus dem angepassten oder rebellischen Kind-Modus in den Erwachsenen-Modus zu wechseln und Führung zu übernehmen oder/und selbstbestimmt kooperieren zu können. 

Wir brauchen konstruktive, in die Zukunft gerichtete Ziele und möglichst viele Menschen, die stark, zuversichtlich und handlungsfähig bleiben und gezielt darauf hinleben. 

Die Demokratie lebt vom Gestaltungswillen und der Zuversicht der vielen. Und vom Vertrauen in sich selbst und andere, und darin, dass wir in Kooperation miteinander gemeinsame Ziele verfolgen können. Hin zu einer menschlicheren Gesellschaft. 

Die Entwicklung des Mischpult-Prinzips als Konzept gleichwürdiger, demokratischer Führung basiert auf der Praxiserfahrung, dass Menschen nur dann miteinander kooperieren und demokratische Kernkompetenzen erwerben, wenn entsprechende Umfelder dafür geschaffen werden, in denen demokratisches Denken und Handeln Schritt für Schritt von Grund auf vermittelt, verstärkt und im konkreten, praktischen Handeln verinnerlicht werden. 

In überfordernden Situationen, wie sie in Schulen, bei gemeinsamen Arbeitsprozessen, im Alltag mit Kindern und in der Führung in Unternehmen immer wieder auftreten, wird aus der Not heraus vielfach autoritär (re-)agiert, was die Konflikte und die empfundenen Demütigungen aller Beteiligten nur verschärft und die Ausbildung von Selbstwert verhindert. Viele Menschen haben in ihrer Kindheit nur autoritäres Verhalten ihrer Bezugspersonen als Antwort auf überfordernde Situationen erlebt und können nun als Erwachsene ebenfalls nur so reagieren. 

Um auf der Basis ihrer eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Potentiale Führung/Verantwortung für sich selbst, phasenweise auch für die anderen und grundsätzlich für ein gemeinsames Ziel übernehmen zu können und zu wollen, brauchen Menschen Alternativen zum autoritären Handeln. 

Dafür braucht es transparente Konzepte sowie einen angeleiteten, schrittweisen Prozess, in dem wir konkrete Strategien der Selbstführung lernen und in der Folge dann auch Führung für andere und für gemeinsame Ziele übernehmen können, sowie (Lehr-) Personen, die auf der Basis eigener Integrität als gleichwürdig agierende Rollenmodelle vorleben, was Demokratische Führung bedeutet. 

Das Mischpult-Prinzip kann in künstlerischen Prozessen genauso angewendet werden, wie in Schulen, Hochschulen oder in Arbeits- und Unternehmenskontexten. 

Die Teilnehmenden lernen die Elemente des Mischpult-Prinzips im praktischen Tun kennen. Sie erleben alternative Handlungsweisen und wie es sich für sie selbst anfühlt, wenn Menschen sich gleichwürdig begegnen und in Kooperation miteinander Lösungen für komplexe Herausforderungen finden. 

Das Mischpult-Prinzip setzt sowohl inhaltlich als auch strukturell auf Prozesse, die zur Autonomie und Verantwortungsübernahme des*der Einzelnen führen. Damit leistet dieser Ansatz einen nachhaltigen Beitrag zur Stabilisierung unserer Demokratie und einer menschlicheren Gesellschaft. 

Weitere Informationen:

www.maikeplath.dewww.maikesblog.de

www.act-berlin.de

Social Media Links:

https://youtube.com/redemalordentlich
https://www.facebook.com/maikeplath/

Youtube: Kanal „ACT_berlin“ 

Podcast auf Spotify: „Türwächter*innen der Freiheit“

Zur Person

Maike Plath, 

Theaterpädagogin, Autorin, ehemalige Lehrerin und Mitglied des Leitungsteams von ACT e.V. – Führe Regie über dein Leben! 

Maike Plath ist die Begründerin des Mischpult-Prinzips. Ihr umfangreiches Konzept zu gleichwürdiger (Selbst-)Führung entwickelte sie aus der 17jährigen Praxis mit Jugendlichen heraus – erst als verbeamtete Lehrerin, seit 2013 im Rahmen von ACT e.V. Neben praktischen Forschungsfeldern widmet sich diese Bildungsinitiative der Weitergabe des Konzeptes an Erwachsene mit Führungs-, Erziehungs- und Bildungsverantwortung mit dem Ziel Beziehungs- und Demokratiefähigkeit in der Gesellschaft nachhaltig zu stärken.

Zusatzinformationen: Rosa von Praunheim portraitierte ihre Arbeit 2017 im Kinofilm „Act! Wer bin ich?“ Das Konzept von Maike Plath liegt in 10 Publikationen vor.