Was genau hatten wir uns nochmal vorgenommen, wenn es eng wird mit der Rettung der Welt?

Unsere gesellschaftliche Krise ist nicht zuerst eine Krise fehlender Potentiale und Möglichkeiten, sondern eine Krise geschwächter innerer Orientierung, verlorener Beziehung und verlernter Selbstverantwortung.
Genau deshalb ist das Veto-Prinzip als Führungs-Konzept gesellschaftlich relevanter denn je und bekommt in der Neuausrichtung des Veto-Instituts nun in Form einer grundständigen Ausbildungs-Struktur noch mal einen neuen Fokus – dazu ein Text zur Neuausrichtung des Veto Instituts
von Maike Plath

Seltsame Zeiten gerade. Manchmal habe ich den Eindruck, alles spitzt sich zu. Oder klärt sich. Je nachdem, für welche Deutung ich mich entscheide.

Im Außen sehe ich gerade nicht viel Hoffnungsvolles. Ein paar alte Herren in Führungspositionen (warum landen die da immer?) erschöpfen sich in den immer gleichen Posen der Eitelkeit und Ignoranz und/oder in hohlen und menschenverachtenden Macht- und Gewaltgesten.

KI kann inzwischen Texte schreiben, Bilder generieren, Daten sortieren, Informationen verdichten und ziemlich überzeugend so tun, als hätte sie ‚alles verstanden‘.

Klimakrise, politische Polarisierung, digitale Überforderung, wirtschaftliche Unsicherheit usw usw.

Währenddessen kommt nachts um 3 Uhr die kleine (oder größere) Panikattacke, was das nun eigentlich alles bedeutet – für unser Leben, unsere Beziehungen, unsere Arbeit, unser Auskommen und insgesamt für unsere Zukunft.

Diejenigen, die die Welt besser und gerechter machen wollten, haben sich inzwischen irgendwie alle verzankt und sind damit beschäftigt, die jeweils ANDEREN Scheiße zu finden und zu bekämpfen. Oder sie posten gerade was bei Instagram.

Jedenfalls: Im Außen seh ich gerade nicht so richtig die Lösung.

Aber: Bei aufkommenden Gefühlen der Ausweglosigkeit denke ich gerade mal wieder, dass der Weg in die Freiheit darin besteht, den Fokus der Aufmerksamkeit nach INNEN zu richten – auf das, was GUT und stark IN UNS SELBER ist.

Das hat auch damals in einer vergleichbar ausweglosen Situation schon mal geholfen und war der Startpunkt zur Entwicklung des Veto-Prinzips.

Damals in Neukölln stand ich als Lehrerin vor Jugendlichen, die von allen Seiten die Botschaft bekommen hatten: Du funktionierst nicht richtig. Du störst. Du bist das Problem.

Nach einem halben Jahr scheitern konnte ich mir irgendwann ENDLICH eingestehen: Mit den üblichen Methoden – Anweisungen, Bewertungen, Sanktionen, Regeln – komme ich nicht weiter, sondern mache alles nur noch schlimmer.

Ich verstand plötzlich, WARUM die Jugendlichen jegliche Kooperation verweigerten: Weil sie längst gelernt hatten, dass ihre eigene Wahrnehmung NULL zählte.

Mein Eindruck ist: Das ist inzwischen ein allgemeines Lebensgefühl geworden. Ich hab da jetzt keine Statistik, aber ich frage mich, wieviele Menschen gerade das Gefühl haben, dass ihre Wahrnehmung zählt bzw, dass sie die Zukunft hoffnungsfroh ihren Bedürfnissen entsprechend mit gestalten können? Ich sehe da schon die ein oder andere Parallele zwischen der Stimmung an den ‚Brennpunktschulen‘ damals in Neukölln und der jetzigen gesamtgesellschaftlichen Lage.

Weil ich nicht warten will, bis alles noch schlimmer wird, kommt deswegen jetzt eine neue Zuversichts-Offensive vom Veto Institut – UND eine damit verbundene positive Vision, die ich gar nicht für ganz so unrealistisch halte – denn: Sie ist bereits erprobt und erfahrungsbasiert.

Neuausrichtung Veto Institut

Das Veto Institut stellt sich aufgrund der zunehmenden Relevanz des Themas Selbstverantwortung und den gewonnenen Erfahrungen der letzen drei Jahre noch einmal neu auf.

Zukünftiger Fokus wird die Vermittlung des KONZEPTS des Veto-Prinzips sein – als zukunftsweisendes Frame-Work für Persönlichkeitsentwicklung, Transformation und Verantwortungsübernahme in herausfordernden Zeiten.

Denn darum geht es beim Veto-Prinzip im Kern: Um von der Anpassung und Ohnmacht in die (Selbst-) Verantwortung und in die Freiheit zu kommen – von dort aus in echte Kooperation mit anderen – und im besten Falle dann zur intrinsischen Motivation und Fähigkeit, Gesellschaft selbst (mit) zu gestalten.

Zentrale Fragen

Ich fange mal an mit den zentralen Fragen, die damals Quelle und Ausgangspunkt für die Entwicklung des Veto-Prinzips waren:

Was BRAUCHEN Menschen, um auf konstruktive Weise handlungsfähig zu werden?

Was brauchen wir, um in unübersichtlichen, vielleicht ausweglosen Situationen im Innersten wieder Zuversicht und Selbstvertrauen zu fassen und wieder handeln zu können? Was brauchen wir, damit wir LUST bekommen, Verantwortung zu übernehmen?

Was KÖNNEN wir? Was können wir BESSER als die „alten Herren“ und besser als die KI?

Wie können wir dieses Potential in uns aktivieren?

Und warum sind genau diese Fragen gerade jetzt von größerer Bedeutung?

Zunächst einmal zum Thema KI

Maschinen werden immer besser darin, Muster zu erkennen, Vorgaben auszuführen, standardisierte Outputs zu liefern. Das bedeutet: Wer darauf trainiert wurde, genau das zu tun – reibungslos zu funktionieren und widerspruchslos Ergebnisse zu liefern – konkurriert plötzlich direkt mit Systemen, die das wesentlich schneller und billiger können.

Das ist die bittere Pointe all unserer klassischen Lern- und Arbeitskulturen: Sie formen Menschen für eine Art von Effizienz, bei der sie inzwischen von Maschinen überholt werden.

Was KI aber NICHT kann: Verantwortung übernehmen und in unklaren sozialen Situationen tragfähige Entscheidungen treffen.

KI kann nicht aus echter Integrität heraus handeln. KI kann nicht spüren und formulieren, was sie in unübersichtlichen Situationen mit anderen Menschen WILL oder NICHT will, wie sie etwas will und was sie dafür braucht (Veto-Kompass). Eine KI weiß nicht, wie das geht: Für die eigenen Bedürfnisse einstehen können, ohne innerlich in Trennung mit anderen gehen zu müssen (Existentieller Konflikt: Bindung/Autonomie).

Genau dort liegt der Bereich, in dem Menschen unersetzlich bleiben, wenn sie den Mut entwickeln, in diese Themenfelder ernsthaft und langfristig einzusteigen.

Genau diese Fähigkeiten stehen im Fokus des Veto-Prinzips.

Aber nicht nur das.

Weiteres Lieblingsthema von mir: Hirnforschung!

Gerald Hüther, einer der bekanntesten Neurobiologen im deutschsprachigen Raum, beschreibt seit Jahren, was im Gehirn passiert, wenn Menschen unter Druck stehen, wenn sie fremdbestimmt werden und wenn ihre Wahrnehmung nicht zählt:

Das Gehirn geht in den Überlebensmodus. Es sucht nach Mustern, denen es sich anpassen oder gegen die es rebellieren kann – aber es entfaltet sich dabei nicht und es wächst auch nicht.

Aus der Neurobiologie wissen wir:

Wir können andere Menschen nicht verändern. Menschen verändern sich nur selbst – und zwar durch echte soziale Erfahrungen, die ihre bisherigen Muster erschüttern.

Autoritär geprägte Verhaltensweisen wie Belehrung, Druck oder jede andere Form der Manipulation bewirken langfristig NICHTS. Echte Entwicklung entsteht nur in eigenen Erfahrungen in Beziehung mit anderen Menschen.
Denn: Das Gehirn ist ein Beziehungs- und Lustorgan. Es formt sich durch das, was wir mit anderen Menschen erleben.

Wenn diese Erfahrungen von Bewertung und Kontrolle geprägt sind, entstehen Muster der Anpassung und der Vermeidung. Und der echte Selbstwert wird dabei immer kleiner. Es entsteht eine sogenannte ‚Integritätsruine‘, die uns in Trennung mit anderen führt (siehe dazu auch kostenloser Vortrag auf meinem YouTube-Kanal „Rede mal ordentlich, Frau Plath!“, Titel: ‚Selbstwert ist der Schlüssel – Demokratie von innen stärken mit dem Veto-Prinzip‘).

Wenn diese Erfahrungen mit anderen aber von Zugehörigkeit und echtem Gesehen-Werden geprägt sind, entsteht etwas anderes: Die Fähigkeit, sich zu entfalten, wirksam zu werden und Verantwortung zu übernehmen.

Genau das passiert in den Erfahrungsspielräumen des Veto-Prinzips.

Das Veto-Prinzip als Meta-Konzept

Das Entscheidende am Veto-Prinzip ist nicht, dass Menschen „auch mal Nein sagen dürfen“. Das wäre jetzt nicht so die Wahnsinns-Innovation.
Interessant ist die tiefere Struktur des Gesamt-Konzepts:

Mit dem Veto-Prinzip als Meta-Konzept trainieren Menschen, sich als wirksame Subjekte in sozialen Zusammenhängen zu begreifen – sie erleben sich als Personen, deren Wahrnehmung, Urteil und persönliche Grenzen Bedeutung haben – und nicht länger als Ausführende fremder Erwartungen und/oder übergeordneter Regeln.

Wer ein Veto einlegen kann, muss zunächst wahrnehmen, dass etwas sich nicht stimmig anfühlt. Das klingt banal, ist aber hochkomplex. Ich muss Unterschiede merken, Irritationen ernst nehmen, meine eigenen Bedürfnisse oder Einwände sprachfähig machen. Ich muss aushalten, dass Harmonie nicht das höchste Gut ist. Ich muss die soziale Spannung ertragen, die entsteht, wenn ich nicht einfach ‚mitlaufe‘ oder zustimme.

Mit anderen Worten: Das Veto-Prinzip trainiert genau jene Form von innerer Souveränität, die in einer Welt automatisierter Routinen knapp wird.

Urteilskraft auch bei Unsicherheit im Außen

Das ‚Veto’ innerhalb des Gesamtkonzepts ist kein infantiles „Dagegen-Sein“. Ich lerne meine eigenen inneren Widerstände zu BEMERKEN und ein Veto FÜR MICH – nicht gegen andere (!) – einzulegen. Damit werden Menschen in einer Kompetenz geschult, die in Zukunft immer wichtiger wird: Die Fähigkeit, das eigentliche Problem zu erkennen.

KI kann auf Fragen antworten. Aber wer stellt die richtigen Fragen? Wer merkt, dass eine scheinbar effiziente Lösung am Menschen vorbeigeht? Wer erkennt, dass wir gerade das Falsche optimieren?

Genau dafür braucht es Menschen, die nicht nur in Konstellationen auf Regeln reagieren oder sich aus Angst vor Abwertung unterordnen, sondern die komplexe Situationen gemeinsam mit anderen navigieren können. Menschen, die Urteilskraft entwickelt haben – nicht trotz, sondern wegen der Unsicherheit, in der sie sich bewegen. (Siehe hierzu auch das Buch ‚Situation und Konstellation‘ von Hartmut Rosa).

Mit dem Veto-Prinzip trainieren wir genau diese Fähigkeit. Denn ein Veto kommt selten in Momenten, in denen alles klar ist. Es taucht auf, wenn Normen kollidieren, wenn Bedürfnisse sich widersprechen, wenn Macht im Raum ist, wenn es keine eindeutige, perfekte Lösung gibt.

Das sind genau die Situationen, in denen KI zwar Vorschläge liefern, aber niemandem die Entscheidung abnehmen kann.

Beziehung als Kern

Das Problem: In einer Gesellschaft, die auf Effizienz, Kontrolle und ständige Optimierung ausgerichtet ist, gibt es kaum Räume, in denen Verunsicherung produktiv werden kann. Stattdessen flüchten wir in noch mehr Ablenkung, noch mehr Konsum, noch mehr Arbeit – oder in Ideologien, die einfache Antworten versprechen. Gerald Hüther nennt das „Verwicklung“: Wir verstricken uns immer tiefer in Muster, die uns nicht guttun, weil wir keine Erfahrungen machen, die uns daraus befreien könnten.

Hier wird das Veto-Prinzip interessant als Antwort auf ein neurologisches Problem.
Denn was braucht es, damit Menschen aus ihren Verwicklungen herausfinden? Hüther sagt: „Gute Gemeinschaften“. Orte, an denen Menschen sich sicher genug fühlen, um neue Erfahrungen zu wagen. Orte, an denen sie nicht bewertet, sondern gesehen werden. Orte, an denen ihre Wahrnehmung, ihr Urteil und ihre Grenzen Bedeutung haben.

Das Veto-Prinzip schafft solche Orte. Nicht durch Appelle an Harmoniezwang, sondern durch Strukturen, die vielfältigste Erfahrungen systematisch möglich machen.

In vielen Berufen wird Wert künftig genau dort entstehen, wo Menschen Vertrauen herstellen, Spannungen moderieren, Zugehörigkeit schaffen und Unterschiedlichkeit produktiv machen.

Was das praktisch bedeutet

Die VETODIK – das strukturierte Instrumentarium des Veto-Prinzips – bietet konkrete Werkzeuge:

—   Klar strukturierte Räume mit spielerischen Anordnungen, die Orientierung geben, ohne einzuengen und in denen Widerstand nicht als Störung, sondern als Information aufgefasst wird
—   Veto-Tools, mit denen jede Person ihren eigenen Prozess selbstbestimmt und auf der Basis der eigenen Bedürfnisse und Stärken in ständiger Interaktion mit anderen steuern kann

Das Ergebnis: intrinsische Motivation, echter Selbstwert und eine hohe Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Menschen lernen, Entscheidungen zu treffen und gemeinsam auf komplexe Ziele hin zu kooperieren.

Die robustere Währung

Kriege, KI, Klimakrise, politische Polarisierung, digitale Überforderung, wirtschaftliche Unsicherheit. Das ist Überforderung pur für unsere Gehirne und unsere Synapsen feuern wild. Wir suchen nach Halt. Und was wird uns angeboten? Meistens: Noch mehr Kontrolle, noch mehr Bewertung, noch mehr Druck.

Das Veto-Prinzip geht genau den umgekehrten Weg: Die Lösung liegt nicht in noch mehr Kontrolle, sondern in mehr Selbststeuerung. Nicht in mehr Regeln, sondern in der Fähigkeit, mit Unklarheit umzugehen und nicht in der Verordnung von Harmonie, sondern in der Fähigkeit, Spannung auszuhalten und diese für sich zu regulieren – statt sie auf andere zu projizieren.

Das Veto-Prinzip bildet Menschen nicht für eine bestimmte Tätigkeit aus, die sich in fünf Jahren schon wieder erledigt hat, sondern für eine Haltung der Selbst- und Mitverantwortung. Dabei trainieren wir unablässig die menschliche Fähigkeit, in offenen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Worauf es jetzt ankommt

Bisschen Bergpredigt jetzt, aber ich glaube, die Zukunft gehört wahrscheinlich denjenigen, die
—   Technik nutzen können, ohne sich von ihr in reine Ausführung zwingen zu lassen
—   die widersprechen können, ohne destruktiv zu werden
—   die Verantwortung übernehmen können, ohne autoritär zu werden
—   die kooperieren können, ohne sich selbst zu verlieren
—   die denken können, ohne Muster zu reproduzieren
—   die handeln können, auch wenn es kein eindeutiges Skript gibt
—   und natürlich den Skifahrern! (siehe Monty Python)

…und denen, die sich trotz allem ihren Humor bewahren (sehr wichtig!)

Für alle, die immer hoffen, dass die Rettung von außen kommt oder irgendjemand ANDERS die Lösung bringt, uns tröstet, versorgt, vor Unheil bewahrt:

Der ‚reitende Bote‘ wird nicht kommen, Leute. Niemals. (Das wusste schon Bertold Brecht, der diese Figur als ironisch gemeinte Fiktion in seine ‚Dreigroschenoper‘ einbaute).

Und die gesellschaftliche Unruhe wird nicht verschwinden, weil jemand die richtigen Antworten findet. Es gibt nicht ‚die richtigen Antworten‘.

Es gibt nur das Orakel von Delphi: Erkenne dich selbst!

Und ja- das Veto-Prinzip. Das gibt’s auch. Und das ist genau dabei sehr nützlich!

Das Gefühl der Unsicherheit und der Ausweglosigkeit wird sich nur auflösen, wenn Menschen anfangen, gemeinsam Fragen zu stellen – und dabei miteinander die Erfahrung machen, dass ihr eigenes Denken und ihr eigenes Fühlen einen Unterschied machen.

Während KI immer besser darin wird, Antworten zu geben, trainiert das Veto-Prinzip daher Menschen darin, verantwortlich zu entscheiden, wann eine Antwort nicht ausreicht.

Darin liegt die eigentliche Stärke: Menschen lernen, etwas zu verkörpern, das Maschinen nicht verkörpern können – Integrität, Position, Beziehung, Gewissen, Risiko, Verbindung, Präsenz.

Das Ziel, das ich damals in der Aula in Neukölln bei der Entwicklung des Veto-Prinzips im Fokus hatte, war dasselbe:

Freie Menschen, die Verantwortung übernehmen.

Inzwischen hat die Welt sich so verändert, dass genau das jetzt nicht mehr nur wünschenswert ist, sondern vielleicht eine echte Lösung für die Probleme, in denen wir gerade stecken.

Was braucht es dafür?

Entfaltung und Stärkung in Wachstumsgruppen über längere Zeiträume

Das Ziel, dass freie Menschen in Verantwortung gehen klingt schön – ist aber nicht so einfach.

Denn wir sind – leider – nicht frei.

Mich beschäftigt das mit der Freiheit schon sehr lange, deswegen auch meine Buchtitel: ‚Befreit euch!‘ und ‚Türwächter:innen der Freiheit‘.

Der Weg in die innere Freiheit und auf dieser Basis auch in die äußere bedarf eines längeren Prozesses, der mit dem Fokus auf dich selbst beginnt (die Tür nach innen).

Das Instrumentarium des Veto-Prinzips ist eine (sehr nützliche und hochwertige!) Ausrüstung für eine ‚Wanderung‘ (Prozess), die du allerdings selbst antreten musst.

Dabei geht es darum, zu ent-decken, wo du in inneren und äußeren Abhängigkeiten steckst. Es sind häufig die inneren Abhängigkeiten, die dich im Außen unfrei machen.

Es hat sich gezeigt, dass das Veto-Prinzip nur dort seine konstruktive Kraft entfaltet, wo Menschen wirklich in längere Prozesse damit gehen. (Das liegt wieder an unseren Gehirnen: Neuroplastizität, ne?)

Screenshot

Ich kann nicht ‚bisschen Veto-Prinzip machen‘, wenn ich wirklich Freiheit und echte Erfüllung erleben will.

Deswegen bietet das Veto Institut zukünftig die große Veto Ausbildung Teil 1 und Teil 2 an und passt alle weiteren Formate diesem übergeordneten Ausbildungsgedanken an.

Teil 1 entspricht der bisherigen Veto-Weiterbildung. Teil 2 entspricht der bisherigen Zertifizierung. Aber wir wurden schon häufiger darauf hingewiesen, dass diese Wörter ‚Weiterbildung‘ und ‚Zertifizierung‘ eigentlich nicht passen.

Denn in Wahrheit ist es eine in sich stimmige Gesamt-Ausbildung mit dem Konzept des Veto-Prinzips – über den Zeitraum von 3 Jahren, in denen du – gemeinsam mit anderen, in deinem Tempo und selbstgesteuert in deine persönliche Freiheit und Verantwortung hinein wachsen kannst. Dennoch bleibt es weiterhin möglich, nur Teil 1 zu machen – oder den Teil 2 auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Alle anderen Formate (Live und Digital) und alle Materialien des Veto-Instituts unterstützen diesen größeren Ausbildungsgedanken und verfolgen das übergeordnete Ziel, Menschen in Freiheit und Führungsverantwortung zu bringen.

Denn dahinter steht folgende Vision:

Eine Welt, die zunehmend von denjenigen verantwortet und geführt wird, die null Interesse an Macht oder Ego haben – sondern einfach Freude daran, in dieser Welt etwas zum Besseren zu bewirken und wiederum andere in ihrer jeweiligen Entfaltung zu bestärken.

Abschließend dann noch eine kleine Warnung: Der (echte) Weg in die Freiheit hat diese blöde Zwischen-Phase, die ich hier mal Konflikt-Phase nenne. Du wirst mit denjenigen in Konflikt geraten, bei denen deine Entfaltung Neid- und Schmerzgefühle auslöst (kurz: Projektionen). Andererseits wirst du immer besser darin, die Menschen zu erkennen und um dich herum zu versammeln, die ebenfalls den Schrecken und die Schönheit der Freiheit und der Verantwortung kennen und halten können – sie werden dich in deiner eigenen Entfaltung niemals behindern oder bremsen. Daran wirst du sie erkennen.

Weitere Infos zur Neuausrichtung:

In den letzten drei Jahren seit Gründung des Veto-Instituts hat sich gezeigt, dass ‚Führung und Verantwortung übernehmen nach Veto-Prinzip‘ auf der Organisationsebene herausfordernd bis unmöglich wird, wenn es zwei Organisationen, (den Verein ACT e.V. und das Veto-Institut), und drei Personen in Führungsverantwortung gibt.

Wenn wir auf der Ebene von Organisationsentwicklung systemisch auf diese Konstruktion schauen, wird deutlich, dass der ursprüngliche Wunsch, ‚freundschaftlich zu dritt beide Organisationen zusammen zu leiten’ zwar menschlich verständlich ist, in der Umsetzung aber zu Behinderungen von Ideen führt.

Struktur und Umsetzung von inhaltlichen Ideen im Verein und im Institut unterscheiden sich notwendigerweise und alles zu dritt im Konsens auszuhandeln wirkt sich auf beide Unternehmungen eher bremsend aus. Daher haben wir nun die Führungs- und Verantwortungsfrage so geklärt, dass wir nun auf organisatorischer Ebene voneinander unabhängige Wege gehen. Mit Anna Maria Weber werde ich das Veto Institut führen und Stefanie López leitet, als Quelle und Gründerin des Vereins, derzeit noch ACT e.V., wird aber ebenfalls ihr berufliches Profil von hier aus weiter frei gestalten.

Wir haben alle drei in beide Unternehmungen viel Arbeit und viel Herzblut investiert und schauen dankbar auf die gemeinsamen Jahre zurück, in denen wir so einiges zusammen bewegt und in die Welt gebracht – und auch so einiges zusammen durchgestanden haben. Wir bleiben daher natürlich weiterhin verbunden, gehen nun aber auf der Arbeitsebene eigene Wege…

… im Land der inneren Freiheit.

Nach Veto-Prinzip ist das übrigens auch konsequent, denn ‚die Person, die eine Idee einbringt oder etwas gründet, ist die „Quelle“ und verantwortet den Prozess‘. Ansonsten besteht immer die Gefahr, dass wir dem Wunsch nach Harmonie und Zugehörigkeit unsere Autonomie und Gestaltungsfreiheit opfern (existentieller Konflikt – das ist ja AUCH Thema beim Veto Prinzip!). Wir haben jedenfalls jetzt auch auf dieser Ebene viel dazu gelernt und freuen uns auf alles, was kommt!

Zum Veto Institut: Unsere Website befindet sich gerade noch im Umbau. Schaut über den Sommer gerne immer mal wieder dort vorbei. Nach und nach werden wir dort nun verschiedene Mischpulte, Videokurse und neue Online-Formate vorstellen. Alle geplanten Formate für 2026 finden selbstverständlich verlässlich statt. Ab 2027 wird es die Workshops in Berlin aber nicht mehr geben. Wer die Chance noch nutzen will, muss sie also jetzt ergreifen.

Die Weiterbildung, die ab September im Umland von Berlin startet, wird zu Teil 1 der Veto-Ausbildung und daher von mir und Anna Maria Weber geleitet. Und: Mit Urs Eisenbart starte ich im September 2027 mit der Leitung der Veto-Ausbildung Teil 1 in der Schweiz an der HFS Zizers bei Chur.
 
Ich bin voller Vorfreude auf das, was nun kommt und auf all die Menschen, die sich mit uns auf diese aufregende Reise begeben werden.

Alle weiteren Informationen dazu hier: Www.vetoinstitut.de

Maike Plath, Juni 2026