Schildkröten-Prinzip

Schildkröten-Prinzip:
Mit dem Konzept des Mischpults wird bei den Beteiligten im besten Fall ein individueller Ermächtigungsprozess initiiert. Siehe Mischpult-Prinzip. Um diesen Prozess in Gang zu bringen, braucht es aber grundsätzlich zunächst EINE Person, die das Konzept kennt und mit anderen Menschen startet, indem sie selbst zunächst die Verantwortung übernimmt und klar führt. Dieses Wesen, das am Beginn die Verantwortung übernimmt, um dann alle anderen zur Verantwortung und zur Führung zu ermächtigen, bezeichne ich in meiner Folge „Rede mal ordentlich, Frau Plath“ (Staffel 2, Folge 16, Herrschaft oder Führung) als Schildkröte.
Das Bild der Schildkröte wähle ich deshalb, weil dieses Tier auf Zeit, auf ein langfristiges Ziel und auf Durchhaltevermögen setzt und bei Erfolg zahlreiche neue Schildkröten in die Welt setzt. Diese neuen Schildkröten müssen aber zu Beginn, nach dem Schlüpfen, die gefährliche Strecke über den Strand ins Meer schaffen, wo sie sich wiederum alleine auf eine weite Reise begeben, bei der immer wieder zahlreiche Herausforderungen auf sie warten. Aber jede einzelne Schildkröte, die diese jahrzehntelange (!) Reise schafft, kehrt am Ende wieder an ihren Strand zurück, wo sie wiederum zahlreiche neue Schildkröten-Eier im Sand ablegt… Das Konzept des Mischpults initiiert bildlich gesprochen im besten Falle nichts anderes, als dass „eine Schildkröte, die ihre eigene gefahrenvolle Reise erfolgreich hinter sich gebracht hat, immer wieder hunderte neue Schildkröten auf die Reise schickt…“

Demokratische Führung

Das Mischpult-Prinzip ist ein Konzept der Demokratischen Führung und ermächtigt alle Beteiligten zur Selbstverantwortung in gemeinsamen Lern- und Gestaltungsprozessen.

Das Konzept Demokratischer Führung, das sogenannte Mischpult-Prinzip, basiert auf einer inklusiven Lernkultur und rückt den Begriff der FÜHRUNG – als Grundbedingung für demokratische Arbeitsweisen – explizit in den Vordergrund. Führung (zur Mündigkeit) wird hier klar vom Begriff der HERRSCHAFT und von hierarchisch gedachten Arbeitsweisen abgegrenzt.

Das Konzept geht von der real existierenden Vielfalt aus und zielt darauf ab, die Verschiedenheit der Potentiale aller Beteiligten konstruktiv zu verstärken.

Erläuterung: Eine Demokratie ist kein theoretisches Konstrukt, das von selbst da ist, eine Demokratie existiert überhaupt nur durch die Menschen, die sie leben und denkend und handelnd mit gestalten. Um demokratisches Denken und Handeln vermitteln zu können und persönlich erfahrbar zu machen, braucht es ein Hinterfragen und Umdenken der bestehenden Machtverhältnisse, einen Perspektivwechsel und die Vermittlung konkreter Strategien verantwortungsvoller DEMOKRATISCHER FÜHRUNG.

Demokratische Führung heißt: WISSEN, WIE ich Verantwortung für mich selbst und für andere übernehmen kann und ES ZU TUN.

Durch das Konzept des Mischpult-Prinzips wird konkret und erfahrungsbasiert ein Perspektivwechsel initiiert, der die Gesetzmäßigkeiten von FÜHREN und FOLGEN transparent macht, eine Reflexion über die Wirkung von ungleichen Machtverhältnissen ermöglicht und die nachhaltige Arbeit an einer inneren Haltung (Selbstwert, Autonomie) initiiert. Dies ist notwendiger und wirksamer Reflexions-Startpunkt, um die politischen Entwicklungen unserer Zeit und die eigene Rolle darin verstehen und verantwortungsvoll gestalten zu können.

Siehe auch Mischpult-Prinzip

Das Gesamtkonzept liegt in insgesamt neun Publikationen vor (Beltz Verlag) und wird zusammenhängend beschrieben in:

 „Befreit euch! Anleitung zur kleinen Bildungsrevolution. Theorie und Praxis.“ 2017, ISBN-13: 9783746014494