ORDENTLICH miteinander reden…

Neue Folge 9 bei „Rede mal ordentlich, Frau Plath!“: Gespräch unter Freunden – ORDENTLICH reden!

Nach der Einführung des Mischpults zeige ich euch hier in der 9. Folge von „Rede mal ordentlich, Frau Plath!“ (3. Staffel“), wie das Feedback-Format „Gespräch unter Freunden“ funktioniert: Die gemeinsame REFLEXION.

Alles, was wir gemeinsam erarbeiten, muss immer wieder zusammen reflektiert werden, um unablässig unsere gemeinsamen Erfahrungen und unser Wissen zu vertiefen und zu erweitern. Dabei werden gleichzeitig ungleiche Machtverhältnisse thematisiert und ausgeglichen  – oder bewusst ungleich, aber selbstbestimmt und zeitlich begrenzt vereinbart – und im letzteren Fall natürlich in gegenseitigem Einverständnis (!).

Neben inhaltlicher und formaler Ebene geht es beim „Gespräch unter Freunden“ immer auch um die Beziehungs- und Kommunikationsebene und um die Reflexion von Führen und Folgen: Was bedeutet es, Führung zu übernehmen? Was bedeutet es, selbstbestimmt zu folgen? Welche ungleichen Startbedingungen (symbolisches Kapital?) existieren und wie können wir diese ausgleichen? Welche Herausforderungen gilt es zu erkennen und zunehmend selbstbestimmt zu meistern? usw..

Grundsätzlich geht es immer wieder um den Drei-Schritt: Auf die Formulierung eines gemeinsamen Ziels, folgt die praktische Erprobung eines Erfahrungsspielraumes und als dritter Schritt dann die REFLEXION: Hier im Video exemplarisch veranschaulicht anhand des „Gespräches unter Freunden“ nach der ersten Spielphase mit dem Mischpult. Alles weitere im Video und natürlich auch in „Befreit euch! Anleitung zur kleinen Bildungsrevolution“!

Viel Spaß und hier der link zur neuen Folge 9:

https://youtu.be/E9DQwzXSDTI

Gamification im Theaterunterricht

Den link direkt zur neuen Folge findet ihr wie immer am Schluss dieses Blog Eintrags!

In der 6. Folge der neuen Staffel von „Rede mal ordentlich, Frau Plath!“ geht es um das Prinzip von Gamification bei Warm-Ups. Ihr findet in dieser Folge eine sehr einfache Variante von „Gamification“ – erklärt am Beispiel des bekannten Ball-Warm-ups. Gamification ist eine der konzeptionellen Säulen des Mischpult-Ansatzes. In späteren Folgen werde ich auch komplexere Varianten von Gamification vorstellen (z. B. „Actionfiguren auf Bahnen“).

Worum geht es?: Bevor wir ein Warm-up aussuchen, sollten wir wissen, um welche Ziele es uns bei diesem Warm-Up geht. Wenn wir wissen, was erreicht werden soll, ist es motivierender für die Gruppe, wenn wir im Vorfeld das Warm-Up – auf die jeweilige Zielsetzung ausgerichtet – zu einem komplexeren Spiel mit narrativer Basis, mit klaren Regeln und mit verschiedenen Leveln (Schwierigkeitsgraden) weiterentwickeln. „Narrative Basis“ heißt hier, dass wir uns zu dieser Spielanordnung eine übergeordnete Geschichte überlegt haben. Diese „Geschichte“ beantwortet quasi die Frage nach dem übergeordneten Sinn dieses Spiels.

Nicht einfach nur (irgend-) ein Warm-Up anzuleiten, sondern im Vorfeld aus dem Warm-Up ein komplexeres Spiel mit Geschichte zu entwickeln ist eine Extra-Arbeit für die Spielleitung, die sich aber tausendfach auszahlt. Mehr Informationen dazu (vor allem auch zum darunter liegenden Narrativ, also der Geschichte, die ihr dazu erzählt), findet ihr in „Befreit euch!“ im Kapitel zum Ball-Warm-Up. Und ausprobieren und erleben könnt ihr das Ganze natürlich auch in unseren ACT Workshops in Berlin.

Hier der Link zum Tutorial auf youtube, viel Spaß!

https://youtu.be/nL0KD8WrmHM

Rede mal ordentlich, Frau Plath, Folge 3: Die vier demokratischen Führungs-Joker

(unten am Ende dieses Textes findet ihr die links direkt zu den beiden neuen Folgen „Tutorial“ und „Talk“ zu Folge 3)

Selbständiges Denken – und wie es leider immer wieder verhindert wird…

Ungleiche Machtverhältnisse (also Statusgefälle zwischen Menschen) blockieren die Kommunikation und damit auch Lern- und Erkenntnisprozesse. Die vier demokratischen Führungs-Joker sind ein erstes konzeptionelles Instrument, um ungleiche Machtverhältnisse auszugleichen und eine fließende, fruchtbare Kommunikation zu ermöglichen.

Eine solche demokratische Kultur zu etablieren, macht dennoch eine klare Führung nicht überflüssig. Ganz im Gegenteil: Eine demokratische Kultur zu initiieren und im Sinne aller Beteiligten produktiv zu machen, braucht dringend eine souveräne Führung. Diese herrscht nicht – sondern ermöglicht. Sie dominiert nicht, sondern gibt Raum.

Eine souveräne Führung fühlt sich durch das Aufdecken und Aushebeln großer Status-Abstände nicht bedroht, sondern bereichert. Autorität (im natürlichen und konstruktiven Sinne) entsteht nicht durch das Beharren auf dem eigenen höheren Status, sondern durch eine innere Unabhängigkeit von Harmonie und die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen und sich in den Dienst einer größeren Aufgabe zu stellen. Diese größere Aufgabe könnte im Bereich Bildung beispielsweise lauten:

Wie kann ich einen Prozess ermöglichen, der bei den mir anvertrauten Jugendlichen einen Gewinn an innerem Selbstwert, Selbstwirksamkeit und sozialer Anerkennung bewirkt? Was kann ich tun, damit ihre Chance auf ein selbstbestimmtes glückliches Leben größer wird?

Der erste Schritt dahin ist die furchtlose Neugier auf eine gleichberechtigte Kommunikation mit ihnen. Der zweite Schritt ist die Fähigkeit, junge Menschen – trotz aller Schwierigkeiten –  mit liebevollem Blick zu betrachten und Freude an der eigenen (Bildungs-) Aufgabe zu haben. Der dritte Schritt ist die Fähigkeit zum Humor. All dies sind (u.a.!) Aspekte einer inneren Hochstatus-Haltung und damit einer souveränen Führung.

Es ist eine erfüllende Aufgabe, ein Leben lang daran zu arbeiten – denn mit einer inneren Hoch-Statushaltung wird natürlich niemand geboren, es ist ein langer Weg dahin. Die Einführung der vier demokratischen Führungs-Joker ist ein erster Schritt auf diesem Weg – und vor allem die Basis dafür, dass Jugendliche innerhalb eines solchen Prozesses irgendwann selbst souverän und demokratisch führen – also Verantwortung übernehmen – können.

Staffel 3 Folge 3 Die vier demokratischen Führungs-Joker:

https://youtu.be/yylqBXgA2ao

Staffel 3 Talk zu Folge 3:

https://youtu.be/JXqtfBMS0Uo